Continental-Großaktionär

Schaeffler schafft den Sprung an die Börse

Trotz VW-Skandal und Milliardenschulden: Der Börsengang des Automobilzulieferers Schaeffler ist Insidern zufolge gelungen. Damit kann der Konzern seine Schulden abtragen – wenigstens zum Teil.
Update: 08.10.2015 - 17:15 Uhr
Wegen des VW-Skandals hatte Schaeffler seinen Börsengang verschieben müssen. Quelle: dpa
Schaeffler

Wegen des VW-Skandals hatte Schaeffler seinen Börsengang verschieben müssen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer fränkische Autozulieferer Schaeffler hat den Sprung an die Börse geschafft. Das Familienunternehmen teilte am Donnerstag 75 Millionen Vorzugsaktien zu einem Preis von 12,50 Euro zu, wie Schaeffler in Herzogenaurach mitteilte. Der Preis liegt damit in der unteren Hälfte der Spanne, die von 12 bis 14 Euro reichte. Schaeffler nimmt mit der Emission 937,5 Millionen Euro ein. Mit dem Geld soll der milliardenschwere Schuldenberg abgetragen werden, den der Wälzlager-Spezialist mit dem Einstieg beim Autozulieferer Continental 2008 angehäuft hatte. Vorstandschef Klaus Rosenfeld will am Freitag das Debüt der Schaeffler-Aktie an der Frankfurter Börse mit der großen Glocke einläuten.

Schaeffler hatte seine Börsenpläne wegen des Abgasskandals beim Großkunden Volkswagen und der Talfahrt an den Aktienmärkten kurzfristig eingedampft. Eigentlich hatte das Unternehmen auf einen Erlös von 2,5 Milliarden Euro gehofft. Nun muss die Entschuldung der Schaeffler AG und der Holding der Eigentümerfamilie noch etwas warten. Beide zusammen sitzen nach der Übernahme des Autozulieferer Conti auf einem Schuldenberg von fast zehn Milliarden Euro.

2015 war das Rekord-Übernahmejahr
Marriott kauft Starwood
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Die Hotelkette Marriott International übernimmt den Konkurrenten Starwood Hotels & Resorts für umgerechnet gut 12 Milliarden Dollar. Gemeinsam wäre das neue Unternehmen mit über 5.500 Hotels mit 1,1 Million Zimmern der neue Branchenprimus. Es ist der größte Deal in der Hotellerie seit dem Kauf von Hilton durch den Finanzinvestor Blackstone 2007. Doch in diesem Jahr gab es noch einige dickere Geschäfte...

Air Liquide übernimmt Airgas
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Mit einer Milliarden-Übernahme will der französische Gase-Hersteller Air Liquide dem deutschen Konkurrenten Linde den globalen Spitzenplatz in der Branche streitig machen. Die Franzosen verständigten sich mit dem Management des US-Unternehmens Airgas auf einen Preis von 143 US-Dollar je Aktie. Der Deal hat inklusive der Schulden von Airgas ein Volumen von 13,4 Milliarden Dollar.

Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen
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Die größte deutsche Transaktion des Jahres fällt vergleichsweise bescheiden aus. Der Wohnungskonzern Vonovia bietet 15,6 Milliarden Dollar für Deutsche Wohnen.

Abbvie kauft Pharmacyclics
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In der US-Pharmabranche grassiert sichtbar die Konsolidierungswelle. Anfang März griff Abbvie bei Pharmacyclics zu, um die eigene Sparte Krebsforschung auszubauen. Im Mai wurde der Deal abgeschlossen: Das Geschäft ist 21 Milliarden Dollar schwer.

Quelle: Dealogic/Thomson Reuters/Handelsblatt Research Institute

Ace kauft Chubb
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Der Versicherer Ace mit Sitz in Zürich zeigte im Juli Interesse für den Wettbewerber Chubb aus den USA. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen zu einem globalen Schwergewicht in der Sachversicherung werden. Nach der Übernahme soll Ace 70 Prozent am fusionierten Konzern halten. Der Preis für den Deal beträgt rund 28 Milliarden Dollar.

Wells Fargo kauft Finanzsparte von General Electric
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Shire bietet für Baxalta
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Die beiden Eigentümer, Georg Schaeffler und seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, wollen nach einer Schonfrist von sechs Monaten aber weitere bis zu 91 Millionen Aktien für einen Milliardenbetrag auf den Markt werfen – voraussichtlich in mehreren Schritten. Damit soll der Streubesitz auf 25 Prozent steigen. Zur Erstnotiz sind nur elf Prozent in neuen Händen. Das könnte allerdings schon reichen, um über kurz oder lang in den Nebenwerteindex MDax aufzusteigen. Die Schaefflers gehören mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Euro zu den reichsten Familien in Deutschland.

Schaeffler hatte die Aktien nur institutionellen Investoren angeboten, um den Prozess zu beschleunigen. Die Zeichnungsfrist dauerte nur vier Tage. Privatanleger blieben außen vor. Sie können die Papiere erst an der Börse kaufen. Zu sagen haben die neuen Anteilseigner allerdings nichts – Vorzugsaktien haben keine Stimmrechte.

  • rtr
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