Contra
Finger weg von der Facebook-Aktie!

Mehr als das 25fache sei Facebook nicht Wert, schreibt Wirtschaftsblogger Dirk Elsner. Anleger sollten die Titel daher tunlichst meiden. Das Geschäftsmodell sei unklar und weitere Risiken drohen.
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Am kommenden Freitag soll es soweit sein: Die Aktien von Facebook werden an der NASDAQ zum Handel eingeführt. Vorher gibt das Unternehmen neue Aktien aus und die bisherigen Eigentümer trennen sich von einem Teil ihrer Anteile. Die spannende Frage ist nun, wie wird Facebook nach dem Börsengang vom Markt bewertet. Wie hoch ist der Preis einer Aktie und damit auch der Wert des sozialen Netzwerks und soll man den Titel kaufen? Die im Prospekt angegebene Preisspanne für den Erstverkaufspreis liegt zwischen 28 und 35 Dollar (nach neuen Berichten wird die Spanne auf 34 bis 38 Dollar angehoben werden). Der Preis am Ende des ersten Börsentags kann natürlich auch außerhalb dieser Spanne liegen.

Aus der Preisspanne im Prospekt errechnen sich Unternehmenswerte für die 2,74 Milliaraden Aktien zwischen 76,7 Mrd. und 95,9 Milliarden Dollar (beziehungsweise 93,16 und 104,1 Milliarden Dollar). Wenn ich Facebook bewerten würde, käme ich auf einen Wert deutlich unter 50 Mrd. US-Dollar. Ich würde nicht mehr als das 25-fache des 2012er Gewinn bezahlen für die Aktien. Mir ist das Geschäftsmodell nicht klar genug für eine höhere Bewertung. Viele Argumente, die für eine höhere Bewertung vorgebracht werden, klingen willkürlich und rein hypothetisch. So ist derzeit völlig offen, ob und wie Facebook im mobilen Netz Geld verdienen wird. Daneben hat das angeblich nur auf Wachstum getrimmte Unternehmen im ersten Quartal 2012 erst einmal den Rückwärtsgang eingelegt.

Es ist unwahrscheinlich, dass Anleger bei der Zeichnung noch Aktien erhalten. Einige stellen sich daher die Frage, ob sie am ersten Börsentag zugreifen sollten. Ich würde in jedem Fall die Finger von dem Titel lassen. Facebook ist ein Muppet-Köder, schrieb Henry Blodget letzte Woche auf Business Insider, und er hat Recht damit. Man muss also nicht einmal Warren Buffett in den Zeugenstand rufen. Er warnt bekanntlich ebenfalls vor dem Kauf der Aktien.

Medien und Analysten bemühen in diesen Tagen außerdem diverse Vergleiche zu anderen Börsengängen wie LinkedIn, Google oder andere Unternehmen. Solche Vergleiche dienen aber eher der Unterhaltung und können bestenfalls als psychologische Entscheidungsrationalisierung dienen. Ökonomisch sind solche Analogien irrelevant.

Gelingt es Facebook und den Investmentbanken tatsächlich so viele Interessenten von der Aktie zu überzeugen, so dass alle wild drauf los kaufen, nur weil sie selbst auf Facebook aktiv sind und das soziale Netzwerk mögen? Man kann es nicht ausschließen. Seit der Telekom Emission wurde ich nicht mehr so häufig gefragt, ob ich diese Aktien kaufen würde. Der Taxifahrer-Indikator deutet auf ein viel zu hohes Interesse privater Anleger hin. Selbst Radiosender, die sonst nur über die Börse nach einem Aktiencrash berichten, fragen sich, ob die Facebook-Aktie ein Kauf sein könnte. Allein dies sollte Warnung genug sein.

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Kommentare zu " Contra: Finger weg von der Facebook-Aktie!"

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  • Wie kommen Sie darauf, daß Buffett vor Facebook gewarnt hat ? das stimmt doch gar nicht. Er hat auf der Hauptversammlung, ich war selber da, gesagt, daß alle IPO nicht kaufenswert sind und Berkshire/Buffett/Munger in den letzten 37 Jahren nie bei einem IPO gekauft haben.

    UND das stand in keinerlei Zusammenhang zu Facebook, auch der Link zu dem Video von NTV zeigt keinen Beleg dafür, daß Buffett vor Facebook warnt.

    Wie kommen Sie darauf ?

  • Welche "harten" Fakten stecken hinter Facebook? Wie hoch ist die Rendite? Wie hoch der Gewinn des Unternehmens? Ich brauche Fakten, keine Erwartungen.

  • Diesem Hype solte wirklich niemand hinterherlaufen.
    Die Erfahrung mit dem "Neuen Markt" seinerzeit, wo sogar neue Bewertungsmodelle entworfen wurden, sollte allen eine Lehre sein.

    In USA sollen die Leute sogar die Sparschweine ihrer Kinder schlachten, um dabei sein zu können.

    Da inzwischen bei Emissionskurs am oberen Ende angelangt ist, ergibt sich ein Unternehmenswert über 100 MRD $, der Umsatz im letzten Jahr lag bei 3,7 MRD $.
    Daimler hat einen Unternehmenswert von 50 MRD EUR bei einem Umsatz 170 MRD EUR.

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