Daily Mail auf Talfahrt
Albtraumkurse trotz Traumhochzeit

Die Aktie des britischen Medienkonzerns Daily Mail befindet sich im freien Fall. Die Halbjahreszahlen sind zwar solide, doch lahmt das Werbekundengeschäft – daran konnte offenbar auch die Prinzenhochzeit nichts ändern.
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DüsseldorfRichtig teuer war die Aktie von Daily Mail and General Trust, einem der größten Medienunternehmen in Großbritannien, noch nie. In den vergangenen zehn Jahren kostete das Papier stets weniger als zehn Pfund.

Seit ein paar Tagen ist der Titel noch günstiger zu haben, für nicht einmal 500 Pence. Allein heute, nach der Vorlage des Halbjahresberichts, fiel der Kurs um bis zu 11,6 Prozent auf 428,6 Pence, damit ist die Aktie der größte Verlierer im FTSE 100, dem wichtigsten Index der britischen Börse.

Was war passiert? Die Geschäftszahlen sind auf den ersten Blick solide. Die Konzerngruppe, die neben diversen Tageszeitungen auch Fernseh- und Rundfunksender betreibt, erzielte in den ersten sechs Monaten des im Oktober endenden Geschäftsjahres einen Gewinn vor Steuern von 121 Millionen Pfund (etwa 140 Millionen Euro), ein Plus von 19 Millionen Pfund im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Umsatz von 958 Millionen Pfund auf 991 Millionen Pfund (1,14 Milliarden Euro).

Firmenchef Martin Morgan sprach von einer "robusten" ersten Hälfte. Zum Werbegeschäft allerdings, eine der wichtigsten Einnahmequellen, äußerte sich das Management eher vorsichtig, was mehrere Analystenhäuser dazu bewog, ihre Kursziele zu senken. Offenbar habe selbst die Prinzenhochzeit keine zusätzlichen Werbekunden angelockt, vermuten von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten. Trotzdem: Von den letzten sechs Analystenbewertungen lauten fünf auf "kaufen".

Kann der Kurs nicht mehr tiefer sinken? Die Vergangenheit – vor nicht allzu langer Zeit war die Aktie gerade einmal 200 Pence wert – hat das Gegenteil bewiesen.

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