Aktien
Daimler-Chrysler-Kurs fällt nach Gewinnwarnung nur moderat

Mit spürbarer Enttäuschung, aber vergleichsweise gelassen hat der Aktienmarkt am Freitag auf eine Gewinnwarnung von Daimler-Chrysler reagiert.

dpa-afx FRANKFURT. Mit spürbarer Enttäuschung, aber vergleichsweise gelassen hat der Aktienmarkt am Freitag auf eine Gewinnwarnung von Daimler-Chrysler reagiert. Der Autobauer hatte das Erreichen der Gewinnschwelle für die angeschlagene Marke smart für 2007 in Aussicht gestellt und wird dafür 1,2 Mrd. Euro Restrukturierungskosten aufwenden. Der Markt habe nur mit 800 bis 900 Mill. Euro gerechnet, sagte ein Händler.

Die Aktien wurden um 10.20 Uhr zwar am Ende des Dax, aber mit nur moderaten Verlusten in Höhe von 0,64 Prozent bei 34,31 Euro gehandelt. Der Leitindex Dax stieg zugleich um 0,34 Prozent auf 4 363,81 Punkte.

"Daimler-Chrysler hat die Gunst der Stunde genutzt, um reinen Tisch zu machen", urteilte Aktienstratege Mirko Pillep von der Helaba. Schon nach der großen Rückrufaktion habe sich der Kurs am Vortag aber kaum bewegt, demnach bleibe die Reaktion des Kurses begrenzt. Zudem seien die Umstrukturierungspläne bei Smart nicht komplett neu. "Die Qualitätsprobleme bei Mercedes und die Probleme bei Smart sind schließlich die beiden größten Baustellen", sagte er.

Andere Händler rückten das Führungspersonal des deutsch-amerikanischen Konzerns in den Vordergrund. "Ich bin stark enttäuscht", sagte ein Händler. "Ich bin gespannt, wie lange der Schrempp dort noch arbeiten darf - der versiebt doch alles", sagte er mit Blick auf den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp. Kritische Aktionäre kündigten bereits am Vortag an, den Vorstand auf der Hauptversammlung am 6. April nicht entlasten zu wollen.

Der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes, der erst am Donnerstag den mit 1,3 Mill. Mercedes-Fahrzeugen umfangreichsten Rückruf der Konzerngeschichte bekannt geben musste, nimmt mit dem vorgestellten Sanierungsplan für smart tiefe Einschnitte vor. Smart hatte seit der Gründung 1998 noch nie Gewinne eingefahren. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen lag der operative Verlust allein im Vorjahr bei mehr als 400 Mill. Euro.

Die beschlossenen Maßnahmen sollen nun dazu führen, dass die Sparte der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, smart, Maybach) mit einem Ergebnisanstieg von rund 600 Mill. Euro im Jahr 2007 endlich in die schwarzen Zahlen kommt. "Mit dem neuen Geschäftsmodell wird die Kleinwagenmarke auf eine betriebswirtschaftlich solide Basis gestellt werden. Ziel ist, im Jahr 2007 den Break Even zu erreichen", hieß es.

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