Daimler
Investor springt ab, die Aktie steigt

Der Staatsfonds aus Abu Dhabi verkauft die Daimler-Aktien. Das Unternehmen verliert damit seinen größten Aktionär, die Stimmrechte müssen neu geregelt werden. Die Börse reagiert gelassen.
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Wenn Großinvestoren ihre Aktien auf den Markt werfen, beflügelt das in der Regel nicht die Aktien des Unternehmens. Anders die Aktie von Daimler. Nach der Meldung, dass Daimlers bedeutendster Großaktionär, das Scheichtum Abu Dhabi sich von seiner direkten Beteiligung zurückzieht, steigen die Aktienkurse des Autobauers.

Aktuell liegt die Aktie bei 38,55 Euro knapp ein Prozent im Plus. Auf Wochensicht notiert das Papier gut ein Prozent im Minus, auf Monatssicht beträgt das Minus gut drei Prozent, seit Jahresbeginn legte die Aktie 7,8 Prozent zu. Was ist also von der heutigen Kursrally zu halten?

Nach Börsenschluss verkündete das Unternehmen, dass der Aabar Investments seine Aktie verkauft. Bisher lag die direkte Beteiligung bei 3,07 Prozent. Aabar hat jedoch über komplexe Derivate weiter Zugriff auf 12,75 Prozent der Daimler-Papiere. Allerdings: Aabar hat nun keine Stimmrechte mehr. Nach den Änderungen ist Kuwait Daimlers größter Ankerinvestor - mit 7,6 Prozent direktem Anteilsbesitz.

Die Transaktion kann die Marktteilnehmer nicht wirklich überraschen. Bereits im Anfang 2012 erschienenen Daimler-Geschäftsbericht ist von einer „Reihe von Finanzierungstransaktionen“ die Rede, mit dem Aabar die Struktur seines Anteilsbesitzes verändert hatte.

Schon seit Monaten gibt es Gerüchte, der Großaktionär wolle sein junges Engagement bei Daimler bald beenden. Angeblich verlor der Staatsfonds zunehmend die Lust an seinem Einsatz, weil das Investment - Daimlers gestiegenem Aktienkurs zum Trotz - bilanziell auch negativ zu Buche schlug. So weist Aabar in Berichten an die Finanzwelt auf langfristige Absicherungsgeschäfte für den Daimler-Kurs hin. In die Zukunft gerichtete Optionen dieser Art können Bilanzen auch belasten.

Die Araber haben ein gutes Geschäft gemacht. Für seinen Anteil hatte das Emirat Abu Dhabi 2009 je Aktie 20,27 Euro bezahlt, insgesamt flossen 1,95 Milliarden Euro. Derzeit sind die Papiere in etwa doppelt so viel wert. Die Araber hatten sich den Einstieg bei Daimler mitten in der Autokrise günstig gesichert und den Stuttgartern damit eine willkommene Finanzspritze gewährt. Damals hieß es, die neue Partnerschaft solle auf Jahrzehnte angelegt sein.

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