Das Handelsblatt Insider-Barometer
Firmenchefs greifen zu

Deutschland Top-Manager investieren wieder stärker in Aktien ihrer Unternehmen. Allein bei der Commerzbank haben vier Vorstände plus der Ex-Vorstandschef Klaus-Peter Müller Aktien für knapp 300 000 Euro gekauft. Kein Wunder: Das Insiderbarometer signalisiert steigende Kurse.

FRANKFURT. Die heftigen Kursausschläge in den letzten beiden Wochen haben Deutschlands Top-Manager genutzt, um wieder deutlich stärker als zuletzt in den Handel mit Aktien ihrer Unternehmen einzusteigen. Hatte davor noch die Unsicherheit dominiert, wohin die Märkte nach dem Ölpreisschock und neuen Schreckensmeldungen von US-Banken gehen werden, so haben gerade die Manager bei kleinen und mittelgroßen Gesellschaften die Gelegenheit zum Einstieg genutzt.

"Das Handelsvolumen hat sich zuletzt verdoppelt und bewegt sich damit wieder auf langfristig normalen Niveau", sagt Christian Rouette vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) am der Technischen Hochschule Aachen. Da die Manager laut der Datenbank der Finanzaufsicht BaFin in ähnlichem Maß wie vorher als Käufer und Verkäufer auftraten, bewegt sich das Insider-Barometer, das die Fifam alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet, nahezu unverändert bei knapp 180 Punkten. Damit signalisiert es, dass die Top-Manager in den nächsten Monaten tendenziell mit steigenden Kursen am Aktienmarkt rechnen.

Hochinteressant zuletzt: Sowohl bei der Deutschen Bank als auch bei der Commerzbank haben Top-Manager zuletzt mit Aktien ihrer Bank gehandelt. Das allerdings mit unterschiedlichen Konsequenzen. Bei der Commerzbank haben vier Vorstände plus der Ex-Vorstandschef und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller für zusammen knapp 300 000 Euro Aktien der Bank gekauft. Die Aktie selbst hat in den vergangenen Tagen zwar etwas an Boden gut gemacht. Wie massiv die Spekulationen aufgrund der Fusionsszenarien mit der Dresdner Bank und der Postbank sind, zeigt das breite Spektrum der Kursziele der Analysten für die Aktie. 20 Euro hält Dirk Becker von der Landsbanki Kepler für einen fairen Wert, 28 Euro sind es bei Carsten Werle von Sal. Oppenheim. Die Commerzbank-Vorstände selbst dürften sich mit ihrer Kauforder sicher eher der zweiten Meinung anschließen.

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