Dax-Kandidat
Gea-Gruppe hält sich wacker

Obwohl die Aktie des Bochumer Maschinenbauers Gea auf Dreimonatssicht rund 30 Prozent verloren hat, gilt die Aktie unter Experten als gutes Papier. Dank ihrer Marktkapitalisierung und hoher Handelsumsätze könnte sie sogar den Sprung in den Dax schaffen.

FRANKFURT. Die Finanzkrise trifft auch die Gea-Gruppe hart. Der Aktienkurs des im MDax notierten Bochumer Maschinenbauers verlor auf Dreimonatssicht rund 30 Prozent - und damit mehr als der MDax, der gut 20 Prozent abrutschte. Gestern legte der Gea-Kurs am späten Nachmittag knapp zwei Prozent auf 7,72 Euro zu. Experten handeln die Aktie dank ihrer Marktkapitalisierung und hoher Handelsumsätze als potenziellen Dax-Aufsteiger.

Morgen könnte der Aktienkurs kräftiger in Bewegung kommen. Vorstandschef Jürgen Oleas verkündet das Jahresergebnis 2008. Sein Bericht dürfte die Anleger durchaus zufrieden stellen. Zwar habe die Gea-Gruppe im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres die Wirtschaftskrise voll zu spüren bekommen, sagt Peter Rothenaicher, Analyst bei Unicredit. Er erwartet einen Auftragseinbruch um knapp 40 Prozent. Das operative Ergebnis 2008 allerdings schätzt der Experte auf knapp 500 Mio. Euro. Das wäre immerhin ein Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Alles in allem rechnen wir für das Gesamtjahr 2008 mit einem Gewinn nach Steuern von 135 Millionen Euro", sagt Rothenaicher. Das Kursziel sieht er bei 13,20 Euro, deutlich über dem aktuellen Kurs.

"Wir erwarten für die Gea im vierten Quartal weniger Auftragseingänge", sagt Andreas Willi von J.P. Morgan. Er ist weniger optimistisch als sein Kollege. "2009 rechnet die Gea-Gruppe zwar mit höheren Gewinnmargen, nennt allerdings kein Umsatzwachstum mehr", bemängelt der Analyst in seiner Prognose. Das Unternehmen sei zu optimistisch, sagt Willi. Das Management gehe davon aus, dass es ohne Umsatzeinbruch durch die Rezession komme. Besonders die höheren Rohstoffpreise belasten jedoch die Prognose, sagt der Experte.

Dabei müsste sich die Gea gerade mit Industrierohstoffen bestens auskennen. Die frühere Metallgesellschaft, später MG Metal & Commodity, handelte bis in die späten neunziger Jahre an der Londoner Metallbörse (LME) mit Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel, Blei und Zinn. Nachdem die Umsätze des Unternehmens bis 1991 kräftig angestiegen waren, ging es fortan aber bergab. Riskante Ölgeschäfte ruinierten das Unternehmen beinahe.

Heute konzentriert sich die Unternehmensgruppe ganz auf den Spezialmaschinenbau. Die Lebensmittelindustrie ist größter Umsatztreiber. 20 Prozent des Geschäfts stammt aus dem Kraftwerkbau. In dieser Sparte verbucht Gea den ersten Eintrag in dem für 2009 leer geglaubten Orderbuch: Ein Großauftrag - ausgerechnet aus den USA - in Höhe von 38 Millionen Euro könnte den Konzern über die Wirtschaftskrise retten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%