Dax könnte 5 Prozent verlieren
Berichtssaison könnte hohe Erwartungen enttäuschen

„Die Erwartungen sind einfach zu hoch. So sind im Eurostoxx50 Gewinnsteigerungen von 35 Prozent für 2003 eingepreist. Das ist nach unserer Einschätzung kaum zu erreichen“, sagte Volker Borghoff, Aktienstratege bei HSBC Trinkaus & Burkhardt am Freitag.

Reuters FRANKFURT. „Das Problem werden indes weniger die Zahlen zum zweiten Quartal als die wegen der schwachen Konjunktur verhaltenen Ausblicke sein“, fügte er hinzu. In Deutschland macht der Softwarekonzern SAP für die Dax-Unternehmen am Donnerstag den Anfang in der Berichtssaison, in den USA legen Schwergewichte wie der Halbleiterhersteller Intel und der Automobilkonzern Ford ihre Zahlen vor.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) könnte in der nächsten Woche leicht 5 Prozent an Wert verlieren, schätzt Borghoff. Für die kommenden drei Monate beziffert er das Rückschlagspotenzial auf 20 bis 30 Prozent. „Selten war ich mir so sicher wie dieses Mal“, bekräftigte er seine pessimistische Prognose. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat seit dem März-Tief mehr als 1 000 Punkte auf 3285 Zähler gewonnen.

SAP gibt den Startschuss für die Berichtssaison

Für den am 17. Juli anstehenden Quartalsbericht des Walldorfer Softwarekonzerns SAP erwarten Analysten steigende Gewinne bei einem rückläufigen Umsatz. 23 von Reuters befragte Experten rechnen mit einer Steigerung des bereinigten operativen Gewinns um acht Prozent auf 352 Mill. Euro, während der Umsatz den Prognosen zufolge um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,69 Mrd. Euro sinken dürfte. Börsianer befürchten, dass es SAP selbst bei einer Punktlandung ergehen könnte wie in dieser Woche dem Internetpionier Yahoo.

Trotz der wie erwartet vorgelegten Gewinnverdoppelung brachen die Yahoo-Aktien um 7 Prozent auf 32,56 Euro ein. Insgeheim hätten Investoren wohl mit einem noch höheren Gewinnanstieg gerechnet, begründeten Börsianer. Zuvor hatten sich die Yahoo-Titel seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. „Wir wissen, dass der Markt schwierig ist“, sagte Peter Dunay, Stratege beim Broker Wall Street Access in New York. „Aber wenn die Gewinne die Prognosen nicht schlagen und die Konjunkturdaten nicht besser werden, wird es einen Rückschlag bei den Aktien geben“, fügte er hinzu.

Konjunkturdaten im Blick

Auf der Konjunkturseite wird am Dienstag das Saldo der Konjunkturerwartungen des Zentrums für europäische Wirtschaftsentwicklung (ZEW) erwartet. Die in dem Index zusammengefassten Konjunkturerwartungen von Analysten und institutionellen Anleger hatten sich zuletzt sechs Mal in Folge verbessert. Dagegen hatten Konjunkturindikatoren, die nicht Stimmungen wiedergeben sondern Fakten messen, enttäuscht. So war die Industrieproduktion in Deutschland entgegen den Erwartungen gefallen. „Wegen dieser Diskrepanz werden Wirtschaftsdaten wie die US-Einzelhandelsumsätze oder die Industrieproduktion in der nächsten Woche besonders aufmerksam beäugt werden“, sagte ein Aktienhändler. Außerdem erwarteten sich Börsianer von der halbjährlichen Rede von US-Zentralbank-Chef Alan Greenspan vor dem Kongress Hinweise auf die weitere Geldpolitik der USA.

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