Dax, MDax, TecDax : Welcher Index ist der beste?

Dax, MDax, TecDax
Welcher Index ist der beste?

Groß oder klein? Dax, MDax oder TecDax? An der Frage, ob Nebenwerte an der Börse besser als Schwergewichte sind, scheiden sich die Geister. Doch in Wahrheit sollten Anleger eine ganz andere Frage stellen.
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DüsseldorfDie Frage, ob die großen Standardaktien oder die kleinen Nebenwerte aussichtsreicher sind, ist so alt wie die Börse selbst. Bisher galt - vereinfacht gesagt - die Regel: Nebenwerte schwanken stärker, die Dax-Aktien sind stabiler. Wenn der Dax deutlich zulegte, sah es für die Nebenwerte meist noch besser aus. Für Verlustserien galt hingegen der umgekehrte Fall.

"Im MDax und im TecDax stecken viele zyklische Unternehmen", erklärt Christian Kahler, Aktien-Chefstratege der DZ Bank. Zykliker werden Unternehmen genannt, die stark von Konjunkturzyklen abhängen, zum Beispiel Maschinenbauer, Chemiekonzerne oder Autozulieferer.

Läuft die Wirtschaft gut, geht es solchen Unternehmen gut. Das schlägt sich in ihren Aktienkursen und damit in Indizes wie dem MDax oder dem TecDax nieder. Die großen Traditionskonzerne im Dax, Schwergewichte wie Siemens oder Telekom, sind weniger schwankungsanfällig, da weniger von der Konjunktur abhängig. Läuft die Wirtschaft richtig rund, bleiben ihre Aktienkurse hinter den Nebenwerten zurück.

Doch in den vergangenen drei Monaten lief das anders. Alle Mitglieder der Dax-Familie konnten sich kräftig steigern. Am besten schnitt der MDax mittelgroßer Werte mit einem Plus von 23 Prozent. Zykliker aus den Sektoren Auto, Chemie und Maschinenbau haben diese Entwicklung getragen, sagt Sophia Wurm, Analystin der Commerzbank. Starke Titel waren im ersten Quartal auch der Immobilienkonzern Gagfah (+58,5 Prozent), das Chemieunternehmen Lanxess (+57 Prozent) sowie der Bezahl-Fernsehsender Sky (+35 Prozent).

Vor allem in den ersten Wochen des Jahres konnte der MDax seinen großen Bruder zeitweise übertrumpfen. Doch dann holte der Dax auf. Inzwischen liegt er mit einem Plus von 20 Prozent ganz dicht hinter dem Index der mittelgroßen Werte.

"Besonders stark haben Banken, Versicherer und Versorger zugelegt", sagt Aktienstratege Kahler. Beispiele sind allen voran die Commerzbank (+46 Prozent), aber auch die Deutsche Bank (+28 Prozent), oder die Versicherer Allianz (+23 Prozent) und Münchener Rück (+23 Prozent). Wegen der Griechenland- und Schuldenkrise waren solche Titel im vergangenen Jahr besonders unter die Räder gekommen - entsprechend stärker konnten sie nun zulegen. Aber auch die Aktien der großen Autokonzerne wie Daimler, BMW und Volkswagen seien gut gelaufen, so Kahler von der DZ Bank.

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