Dax-Schlusslicht
Infineon-Aktie setzt ihre Korrektur fort

Schwache Prognosen des US-Konzerns Texas-Instruments werfen die Infineon-Aktien zurück. Erste Analysten werden zögerlicher, doch die Bullen lassen sich nicht beeindrucken. Sie sehen noch immenses Kurspotenzial.
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DüsseldorfInfineon-Aktionäre sind erfolgsverwöhnt, doch von Jubel war in den letzten Tagen wenig zu spüren. Die Infineon-Aktie, der Star des Dax der letzten zwei Jahre, schwächelt und rutschte am Donnerstag um mehr als drei Prozent auf 7,23 Euro ab. Infineon war damit erneut Schlusslicht im Dax. Am Vortag hatte die Aktie bereits 3,7 Prozent verloren.  

Den zweiten Tag in Folge litt der Halbleiterhersteller vor allem unter den Prognosen des US-Konzerns Texas Instruments, der mit seinem Ausblick für den erwarteten Gewinn im ersten Quartal die Erwartungen am Markt enttäuscht hatte und die Stimmung im Technologie-Segment insgesamt getrübt hatte.  

Infineon war 2009 knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt und von einem Höchstkurs von 82 Euro auf unter 0,40 Euro im März 2009 gefallen. Doch genauso schnell wie Infineon abgestürzt war, erholte sich der Halbleiterhersteller wieder. Während der Dax sich in den letzten zwei Jahren verdoppelte, stieg die Infineon-Aktie um 2100 Prozent. Das Unternehmen profitierte von der Erholung der Wirtschaft, aber auch von der Umstrukturierung des Konzerns unter Peter Bauer. Der trennte sich zuerst von der defizitären Speicherchiptochter Qimonda und verkaufte dann Infineons Mobilfunkchipsparte an Intel. Auch im laufenden Jahr startete die Aktie gut und erreichte Mitte Februar einen Stand von 8,14 Euro. Seitdem ist allerdings ein Abwärtstrend zu erkennen.

Inzwischen werden einzelne Analysten vorsichtiger. Die Commerzbank etwa rät bei einem Kursziel von acht Euro nur noch zum "Halten" der Infineon-Aktie. Nach Einschätzungen von J.P Morgan könnten hohe Lagerbestände und überschätzte Umsatzzahlen für Tablet PCs der Halbleiterindustrie Sorgen bereiten. Die gute Nachricht: Infineon zählt JP Morgan allerdings zu den besseren Werten der Branche. Das Unternehmen habe keine substantiellen Abnehmer aus der PC- oder TV-Industrie und sollte nach Einschätzung der Analysten von J.P. Morgan weiterhin von den robusten Nachfragetrends der Autoindustrie profitieren.

Andere Analysten zeigen sich noch deutlich optimistischer. Die Kursziele sind zum Teil zweistellig. Zu den größten Optimisten zählt Simon Schäfer von Goldman Sachs: Die Nachfrageerholung bei Infineon werde voraussichtlich länger anhalten als bislang gedacht, schrieb er jüngst in einer Studie. Er rät zum Kauf der Infineon-Aktie mit einem Kursziel von zwölf Euro. Im Vergleich zum aktuellen Kurs wäre das ein Plus von noch einmal zwei Dritteln.

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