Dax-Zusammensetzung
VW-Aktie auf Abstiegskurs

Die VW-Aktie scheint die lange erwartete Korrektur anzutreten. Seit der Einstieg des Emirats Katar in trockenen Tüchern ist, hat die Stammaktie rund ein Viertel an Wert verloren. Dass es weiter abwärts geht, ist für Analysten ausgemachte Sache. Genau so sicher scheint der Abstieg der VW-Aktie aus dem Dax.

FRANKFURT. Volkswagen hält die Börse in Atem. Gestern rutschten die Stammaktien zehn Prozent ins Minus, nachdem sie am Freitag im Handelsverlauf sogar bis zu 25 Prozent abgeschmiert waren. Analysten rechnen damit, dass die Talfahrt in dieser Woche anhalten könnte. Marnie Cohen von S&P Equity Research sieht den fairen Wert für die Aktie beispielsweise bei 90 Euro. Gestern kosteten die VW-Stämme immer noch 170 Euro.

Gründe für den rasanten Absturz sind zum einen die Einigung, die es nach jahrelangem Tauziehen in der vergangenen Woche zwischen VW und Porsche gegeben hat. Das Emirat Katar steigt mit einem Anteil von 17 Prozent bei VW ein, für den es gerüchteweise deutlich weniger gezahlt haben soll, als die Aktie aktuell wert ist. Die Rede ist von Kursen unter 100 Euro bis zu 130 Euro je Anteilsschein. Vor allem aber übernimmt Katar die Kaufoptionen für VW-Stämme, die Porsche seit Monaten hält. Damit könnten die undurchsichtigen Optionsgeschäfte, die VW-Aktien seit Herbst vergangenen Jahres mächtig durcheinandergewirbelt und künstlich aufgebläht haben, bald ein Ende finden, hoffen Börsianer.

Darüber hinaus gilt es unter Analysten als ausgemachte Sache, dass die VW-Stämme den deutschen Leitindex Dax verlassen müssen. Die Frage ist allein, wann das der Fall sein wird. Das hängt davon ab, wann Katar laut den am Freitag verkündeten Übernahmebedingungen tatsächlich bekannt gibt, im Besitz von 17 Prozent der VW-Stammaktien zu sein. Theoretisch kann diese Meldung jeden Tag kommen.

Weil jene 17 Prozent gemeinsam mit den 50,78 Prozent, die Porsche hält, dem 20 Prozentanteil des Landes Niedersachsen und den 2,37 Prozent, die die Familie Porsche über die Porsche Holding hält, zusammen 90,15 Prozent ergeben würden, kann die Deutsche Börse VW innerhalb von zwei Handelstagen aus dem Dax werfen. Voraussetzung für die Index-Zugehörigkeit ist nämlich ein Anteil von mindestens zehn Prozent an frei handelbaren Aktien.

Aufrücken in den Dax könnten kurioserweise die VW-Vorzugsaktien. Analysten wie Christian Breitsprecher und Jens Schattner vom Bankhaus Sal. Oppenheim raten schon seit einiger Zeit dazu, VW-Stämme zu verkaufen und die Vorzüge zu kaufen. Trotz der belastenden Nachrichten, die in Zusammenhang mit der Transaktion in den vergangenen Tagen publik wurden – konkret geht es um den sehr großzügigen Kaufpreis für Porsche und dessen Refinanzierung mittels einer Kapitalerhöhung –, sehen sie im möglichen Dax-Aufstieg der Vorzüge ein unterstützendes Element.

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