Debüt im Prime Standard am 2. Juli geplant
Tognum-Aktien werden 22 bis 26 Euro kosten

Die Aktien des an die Börse strebenden Motorenherstellers Tognum kosten jeweils 22 bis 26 Euro. Die Emission der Firmengruppe um die frühere MTU Friedrichshafen könnte damit bis zu 2,24 Mrd. Euro einbringen.

HB FRANKFURT. Damit wäre sie größer als der Börsengang der Postbank, bei dem vor drei Jahren 1,55 Mrd. Euro eingenommen wurden, und die größte Erstemission seit der Deutschen Post im November 2000. Interessenten können Tognum-Aktien von Dienstag an bis zum 29. Juni ordern. Das Debüt im Prime Standard ist für den 2. Juli geplant. Der Löwenanteil des Emissionserlöses - bis zu 1,9 Mrd. Euro - fließt den Altgesellschaftern um den schwedischen Finanzinvestor EQT zu, die nach Angaben vom Montag bis zu 74,9 Mill. Aktien anbieten. Von den 86,25 Mill. Papieren - davon 11,25 Mill. als Platzierungsreserve - stammen nur bis zu 11,35 Mill. Stück aus einer Kapitalerhöhung.

EQT hatte MTU erst Anfang 2006 nach einem Bieterkampf für 1,5 Mrd. Euro von DaimlerChrysler gekauft. Gemessen am maximalen Emissionspreis ist Tognum nun bis zu 3,4 Mrd. Euro wert. Bei vollständiger Platzierung aller Aktien wären bis zu 65 Prozent der Tognum-Anteile im Streubesitz.

„Wir wollen sowohl unsere Produktpalette als auch unsere internationale Präsenz weiter ausbauen“, begründete Konzernchef Volker Heuer den Gang an den Kapitalmarkt. Dazu sollten auch die Mittel aus der Kapitalerhöhung - maximal 295 Mill. Euro - verwendet werden. Bei dem Börsengang kommt Tognum-Eigner EQT aus dem Umfeld der schwedischen Investorenfamilie Wallenberg die Kursrally am deutschen Aktienmarkt entgegen. Bis zuletzt hatte EQT alternativ zum Börsengang auch mit mehreren Kaufinteressenten verhandelt. Genannt worden war unter anderem der finnische Motorenhersteller Wärtsilä.

Am Montag war der Dax zeitweise nur noch rund 40 Zähler von seinem Allzeithoch von 8136 Punkten entfernt. Trotz des wochenlangen Höhenfluges am Aktienmarkt haben jedoch die beiden größten Neuemissionen des Jahres, Gerresheimer und Versatel, den Anlegern Verluste beschert.

Experten sehen den Hersteller von Dieselmotoren für Schiffe, Panzer, Schienenfahrzeuge und Generatoren als heißen Kandidaten für eine Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax. Der 7500 Mitarbeiter zählende Motorenhersteller vom Bodensee setzte im vergangenen Jahr etwa 2,5 Mrd. Euro um und verdiente vor Steuern und Zinsen (Ebit) 309 Mill. Euro. Im ersten Quartal 2007 stand bei einem Umsatz von 667 Mill. Euro ein Ebit von 100 Mill. Euro zu Buche.

Die Aktienemission organisieren Deutsche Bank und Goldman Sachs federführend.

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