Deezer
Streamingdienst will in Paris an die Börse

Deezer ist einer der Vorreiter beim Streaming. Um international expandieren und mit den Konkurrenten mithalten zu können, brauchen die Franzosen nun frisches Geld. Das Unternehmen plant den Gang aufs Parkett.

Paris Der Musik-Streamingdienst Deezer setzt noch vor dem Marktführer Spotify zum Börsengang an. Deezer meldete sich am Montag bei der französischen Börsenaufsicht an, was ein erster Schritt für die Aktienplatzierung ist. Damit wolle Deezer „seine Position konsolidieren“. Deezer-Chef Hans-Holger Albrecht sprach von einer „wichtigen Etappe für Deezer zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Musikindustrie“. Streaming erlebe ein „beschleunigtes Wachstum“ und werde „der wichtigste Kanal bei der Verbreitung von Musik“. Weitere Details zu den Plänen gab es am Dienstag zunächst nicht. Deezer strebe eine Bewertung von rund einer Milliarde Euro an, berichtete jüngst der Finanzdienst Bloomberg.

Deezer hatte im Juni dieses Jahres 6,3 Millionen Kunden. Spotify aus Schweden kommt auf über 75 Millionen Nutzer, von denen rund 20 Millionen zahlende Abo-Kunden sind.

Der Deezer-Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 43 Prozent auf 143 Millionen Euro. Fast die Hälfte des Geschäfts - 47 Prozent - machte Deezer im ersten Halbjahr in Frankreich. Weitere 34 Prozent der Erlöse wurden in anderen europäischen Ländern erwirtschaftet. Zum Jahr 2018 will Deezer weltweit auf einen Umsatz von 750 Millionen Euro kommen und zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen die Verlustzone verlassen.

Der Wettbewerb im schnell wachsenden Streaming-Geschäft heizt sich gerade unter anderem mit dem Markteintritt von Apple auf. Der iPhone-Konzern, der bisher auf den Verkauf von Musik zum Herunterladen setzte, gewann in den ersten Wochen eines noch kostenlosen Test-Angebots rund elf Millionen Nutzer für seinen Service Apple Music.

Um international zu expandieren braucht Deezer nun frisches Geld. Das Startup habe inzwischen „eine gewisse Reife“ erreicht, sagte Deezer-Manager Simon Baldeyrou am Dienstag. Mit dem Gang an die Börse solle eine „diversifizierte“ und „internationale“ Finanzbasis geschaffen werden, außerdem solle die „Sichtbarkeit“ von Deezer verbessert werden. Experten schätzen den Wert von Deezer auf rund eine Milliarde Euro. Im vergangenen Jahr machte der Streamingdienst einen Umsatz von 142 Millionen Euro, das war ein Plus von 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Beim Streaming haben Nutzer Zugriff auf eine riesige Musikpalette. Die Lieder werden aber nicht gekauft oder dauerhaft heruntergeladen, sondern über das Internet als Audiostream abgespielt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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