Demag Cranes
Anleger wetten auf Übernahmeschlacht

Der US-Kranhersteller Terex will seinen deutschen Wettbewerber Demag Cranes übernehmen. An der Börse schoss die Demag-Aktie bereits über den angebotenen Kaufpreis hinaus. Denn Terex ist nicht der einzige Interessent.
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FrankfurtBei Demag Cranes sitzen die Aktionäre jetzt am längeren Hebel. Weil der US-Konkurrent Terex sich mit dem Demag-Vorstand nicht auf eine Übernahme einigen konnte, hat Terex den Aktionären jetzt ein freiwilliges Angebot vorgelegt. 41,75 Euro bieten die Amerikaner. Das Angebot liegt 5,45 Euro über dem Schlusskurs vom Freitag. Doch im Laufe des Vormittags schoss der Aktienkurs schon deutlich über die Offerte. Mit 44,25 Euro liegt die Demag-Aktie am Mittag knapp 22 Prozent im Plus und ist einsamer Spitzenreiter im MDax. Der Grund: Die Anleger erwarten einen Übernahmekampf.

„Das Terex-Angebot ist nicht unattraktiv, aber ich denke, dass wir eine gute Chance auf einen Übernahmekampf verschiedener potenzieller Bieter haben“, sagte Analyst Gordon Schonell vom Bankhaus Lampe. Um den Düsseldorfer Kranhersteller ranken sich seit Monaten Übernahmegerüchte. Wie Terex hatte auch die finnische Konecranes schon vor Monaten Interesse signalisiert und wird nun als möglicher Gegenbieter gesehen. Terex könnte daher gezwungen sein, sein Angebot nachzubessern.

„Unserer Meinung nach muss Terex seinen Kaufpreis erhöhen, um erfolgreich zu sein. Andernfalls könnte Konecranes mit einem Gegenangebot kommen“, sagt Karsten Oblinger, Analyst der DZ Bank. Das Angebot wollen die US-Amerikaner aus vorhandenen Barmitteln und bereits zugesagtem Fremdkapital finanzieren. Dabei hat sich Terex die Schwelle von 51 Prozent der Demag-Aktien als Ziel gesetzt. Insgesamt hat das Angebot einen Gesamtwert von 884 Millionen Euro. Achim Henke von der WestLB hält das für zu wenig: „Ich denke, Terex wird 50 Euro pro Demag-Aktie auf den Tisch legen müssen. Die Reaktion an den Märkten zeigt bereits, dass die Anleger denken, Demag ist mehr wert.“

Analyst Thomas Wissler von Hauck & Aufhäuser hält eine Gegenofferte allerdings für unwahrscheinlich. „Konecranes würde sich ein Unternehmen kaufen, dass derzeit am Markt teurer bewertet ist als sie selbst, und das dürfte vor den Aktionären schwer zu rechtfertigen sein“, so Wissler. „Dazu kommen kartellrechtliche Hürden. Wichtigstes Argument aus meiner Sicht ist zudem, dass sich Konecranes bislang noch nie an einem feindlichen Übernahmekampf beteiligt hat.“ Im Gegensatz zu Terex gibt es bei Konecranes und Demag zahlreiche Überschneidungen. Konecranes hatte im vergangenen Herbst mit Demag Gespräche geführt. Aufgrund des im Falle einer Fusion drohenden Arbeitsplatzabbau hatte der Demag-Vorstand die Avancen jedoch abgelehnt.

Konecranes-Aktien lagen in Helsinki 0,6 Prozent im Minus bei 32,27 Euro. Terex notierten auf dem Frankfurter Parkett knapp fünf Prozent im Plus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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