Der Druckmaschinenhersteller hat drei schwere Jahre hinter sich und erholt sich langsam
Für Analysten ist das Papier von Koenig & Bauer ein solider Kauf

Koenig & Bauer rotiert wieder. Nach drei schwachen Jahren sind die Auftragsbücher des weltweit drittgrößten Druckmaschinen-Herstellers wieder erfreulich gut gefüllt. Die Branchenmesse Drupa im Mai diesen Jahres markierte den Umschwung auf dem durch sinkende Zeitungs- und Zeitschriftenauflagen gebeutelten Markt. Die Aktienkurse hatten bereits im Frühjahr vergangenen Jahres angezogen, nachdem sie auf Tiefststände gefallen waren. Bei zehn Euro notierte das Papier von Koenig & Bauer zwischenzeitlich und berappelte sich dann.

DÜSSELDORF. Die Nummern eins und zwei auf dem Weltmarkt, Heidelberger Druckmaschinen und MAN mit seiner Sparte MAN Roland, zeigen ein ähnliches Bild wie Koenig & Bauer. Alle drei Unternehmen haben eine Rosskur hinter sich mit Entlassungen, Werksschließungen sowie Ausgliederungen und Verkäufen von unrentablen Bereichen. Anders als seine Wettbewerber ist Koenig & Bauer aber weiterhin in Nischen aktiv. So wird der Großteil der Wertpapiere und Banknoten weltweit auf Maschinen der Würzburger gedruckt. Analyst Peter Rothenaicher von der Hypo-Vereinsbank sieht darin einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: „In den Nischenmärkten lassen sich hohe Margen erzielen.“

Obwohl die Werbekrise und der dadurch bedingte Auflagenrückgang noch nicht ausgestanden seien, sieht er die Branche im Aufwind: „In den vergangenen Jahren haben die Druckereien viele Investitionen aufgeschoben. Wer konkurrenzfähig bleiben will, muss jetzt Geld in die Hand nehmen und modernisieren.“ Die Aktie von Koenig & Bauer sei deshalb als „überdurchschnittlich“ zu bewerten. Rothenaichers Kursziel für sechs bis neun Monate liegt bei 22 Euro.

Jürgen Siebrecht von der WestLB sieht die Entwicklung der Aktie ähnlich positiv. Er bewertet sie mit „outperform“ und setzt ein Drei- bis Sechsmonats-Kursziel von 21 Euro. Allerdings warnt er vor allzu großen Erwartungen an den Geschäftsverlauf in diesem Jahr. Koenig & Bauer hatte angekündigt, aus den roten Zahlen kommen zu wollen, in die das Unternehmen 2003 gerutscht war. Der Fehlbetrag lag bei 30 Millionen Euro. „Ich erwarte erst für 2005 ein deutlich besseres Ergebnis. 2004 werden der teure Messeauftritt auf der Drupa, das nur zögerlich anziehende Geschäft mit den Zeitungsdruckmaschinen und Anlaufkosten für Neuentwicklungen den Gewinn schmälern.“

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