Der harte Sanierungskurs zeigt Erfolge
Reuters-Zahlen machen Analysten Mut

Gute Nachrichten in eigener Sache hatten die Journalisten des Medienkonzerns Reuters am Dienstag zu vermelden. Erstmals seit drei Jahren hat der britische Finanzinformationsdienst im dritten Quartal wieder mehr Abonnenten gewonnen als verloren.

HB DÜSSELDORF. Finanzbeobachter wie die Analysten von Commerzbank Securities, die ihr Anlageurteil nach den Quartalszahlen auf „Overweight“ erhöhten, sehen die lange Talfahrt der Briten damit gestoppt. Die Börse reagierte ebenfalls euphorisch: Der Kurs der Reuters-Aktie kletterte am Dienstag um neun Prozent auf 350 Pence.

Die positiven Netto-Verkäufe im dritten Quartal überraschten die meisten Analysten. Und auch den nur noch leichten Rückgang der Erlöse aus Abonnements im dritten Quartal um 4,4 Prozent auf 760 Mill. Euro hatten die Analysten so nicht erwartet. Sie waren von einem Minus von fünf Prozent ausgegangen. Angesichts der Trendumkehr gehen Experten wie etwa die Analysten vom Brokerhaus Numis Equities davon aus, dass eine Rückkehr zum Wachstum in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres möglich sei.

Der mehr als 150 Jahre alte Konzern leidet seit drei Jahren unter stark sinkenden Umsätzen, da die beiden wichtigsten Kundengruppen – die Finanz- und die Medienbranche – selbst in der Krise stecken und massiv Kosten senken. Im Jahr 2002 erzielte Reuters mit einem Minus von mehr als 500 Mill. Pfund das schlechteste Ergebnis der Firmengeschichte.

Im Folgejahr gelang dem Konzern immerhin die Rückkehr in die Gewinnzone. Ein Grund dafür war der harte Sparkurs, den Reuters-Chef Tom Glocer – der erste US-Amerikaner und Nicht-Journalist in diesem Amt – im Februar 2003 einschlug. Das Restrukturierungsprogramm unter dem Titel „Fast Forward“ hatte das britische Traditionsunternehmen auch bitter nötig. Über Jahre trug Reuters ineffiziente Strukturen mit sich rum, die in der Boomphase jedoch wenig auffielen. Mit Beginn der Medien- und Finanzkrise schlugen diese aber voll durch.

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