Der historisch schlechteste Börsenmonat soll in diesem Jahr keine fallenden Kurse bringen
Analysten legen ihre September-Angst ab

Analysten geben Entwarnung für die Aktienmärkte: Die Kurse sollen sich im Börsenmonat September in diesem Jahr deutlich besser entwickeln, als es die historischen Vorgaben der vergangenen Jahrzehnte vermuten lassen. Bislang gilt der September als der schlechteste Börsenmonat überhaupt.

FRANKFURT/M. Nun argumentieren die Aktienstrategen: Das Börsenjahr 2004 entspricht im bisherigen Verlauf nicht dem statistischen Muster, sondern ist über weite Strecken von der Entwicklung an den Rohölmärkten geprägt gewesen. Aus diesem Grund ging es zuletzt auch in den ansonsten ruhigen Börsenmonaten Juli und August mit dem Deutschen Aktienindex (Dax) um über zehn Prozent nach unten, ehe zuletzt sinkende Ölpreise die Aktienkurse wieder anzogen.

„Unter der Voraussetzung, dass sich der Ölpreis in den kommenden Wochen wieder unter 40 Dollar einpendelt, könnte sich der September durchaus als guter Monat an den Aktienmärkten erweisen“, sagt Stefan Mitropoulos von der Bankgesellschaft Berlin (BGB). Sollte der Ölpreis für die Sorte Brent sogar unter 35 Dollar fallen, dann hält er Dax- Stände von über 4 000 Punkten in kürzester Zeit wieder für möglich. Peter Worel von der Bayerischen Landesbank (BLB) sieht ebenfalls gute Chancen für den Dax, falls der Ölpreis unter 40 Dollar fällt. Gestern notierte Brentöl leicht über dem Niveau vom Freitag bei 40,77 Dollar je Barrel (159 Liter).

Von weiterer elementarer Bedeutung sind die anstehenden Konjunkturdaten. Bereits am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht große Beachtung finden. Die aktuellen Daten deuten im Moment zumindest nicht auf eine Verschlechterung hin. „Vieles kommt darauf an, ob der Arbeitsmarkt anspringt oder weiterhin der guten Konjunkturlage hinterherhinkt“, sagt BGB-Analyst Mitropoulos. Wenn nur ein dürftiges Plus bei den Stellen zu verzeichnen ist, dann deutet dies seiner Meinung nach auf eine Wachstumsabschwächung in den USA hin. Das würde wiederum die Aktienkurse weltweit belasten. Andererseits meinen viele Strategen, dass die Angst vor einer weltwirtschaftlichen Abschwächung im zweiten Halbjahr auf dem derzeitigen Kursniveau weitgehend eingepreist ist.

Der Dax beispielsweise gilt mit dem derzeitigen Kurs- Gewinn-Verhältnis (KGV) von zehn als äußerst günstig bewertet. Von Unternehmensseite sind indes nur wenige interessante Meldungen zu erwarten, da die Bilanzsaison heute zu Ende geht. Gestern legte Bayer als letztes Dax-Unternehmen seine Quartalszahlen vor. Dass Gesellschaften nun ihre Prognosen für das gesamte Jahr nach unten revidieren, ist unwahrscheinlich. Eher das Gegenteil könnte der Fall sein, da viele Unternehmen bereits bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen besser als erwartet abgeschnitten haben. „Hier sind in einigen Fällen durchaus noch positive Überraschungen möglich“, sagt Worel.

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