Designteam verstärkt
French Connection lockt zum Einstieg

Für das britische Modehaus French Connection – einst Liebling der Bekleidungsbranche – zeichnet sich nach Meinung von Analysten ein Ende der aktuellen Wachstumskrise ab.

DÜSSELDORF. Grund für die Hoffnung: Das Unternehmen, das in mehr als 30 Ländern Bekleidung verkauft, hat sein Designteam verstärkt, die Werbeausgaben erhöht und angekündigt, die Präsentation der Waren in den Shops zu verbessern, sagen die Experten. Zudem scheint Kritik über „schlechte“ Corporate Governance ohne Einfluss auf den Aktienkurs zu bleiben.

Dem Informationsdienst Bloomberg zufolge, empfehlen derzeit drei Analysten das Papier zum Kauf und acht raten, es zu halten. Verkaufsempfehlungen gibt es keine. Immerhin hatte sich der Börsenwert von French Connection zwischen Juni und Dezember vergangenen Jahres mehr als halbiert und beträgt heute 260 Mill. Pfund. Grund: French Connection, ein Inbegriff für trendige Jugendkleidung, produzierte 2004 erstmals an wichtigen Modeströmungen vorbei. Der Vorsteuergewinn, der die Jahre zuvor stets um 20 bis 30 Prozent gestiegen war, fiel daraufhin im Geschäftsjahr 2004/05 von 39 auf 33 Mill. Pfund. Der Umsatz sank um ein Prozent auf 266 Mill. Pfund. Schuld war laut Jahresabschluss hauptsächlich das schwache Einzelhandelsgeschäft in Großbritannien und Europa – für French Connection der wichtigste Markt.

Erfüllt sich die Prognose von Rhys Williams, Analyst beim Londoner Investmenthaus Seymour Pierce, dürften die eingeleiteten Schritte bei French Connection bald Wirkung zeigen: Das Unternehmen werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte den Umschwung schaffen und sein Ergebnis wieder steigern, sagt er. Williams rät die Aktie überzugewichten.

Die Deutsche Bank zeigt sich dagegen eher skeptisch. Man habe zwar die Hoffnungen von French-Connection-Chef Stephen Marks vernommen, im Laufe des Jahres den Gewinn wieder zu steigern, heißt es in einem aktuellen Analystenreport. Allerdings glaube man mit Blick auf das gesamte Umfeld, dass er zu optimistisch ist. Die Bank korrigierte die Erwartung für den Gewinn vor Steuern für das Jahr 2005/06 von 33,5 auf 32 Mill. Pfund.

Ansichten, die Käufer seien der 1997 eingeführten Marke „FCUK“, mit der French Connection seine T-Shirts und Jacken bedruckt, überdrüssig, widerspricht Sanjay Vidyarthi, Analyst beim britischen Broker Teather & Greenwood. Die Schwierigkeiten lägen auf Produktseite und nicht bei der Marke. Die sei weiterhin sehr stark.

Vidyarthi macht die aktuell „schlechte Performance“ für die zunehmende Kritik an der Corporate Governance verantwortlich. In den vergangenen Wochen stand vor allem French-Connection-Gründer und Chef Stephen Marks, der 42 Prozent am Unternehmen hält, unter Beschuss. Die RREV, eine Organisation, die britische Pensionsfonds vertritt, wirft ihm vor, sowohl den Posten des Vorstandsvorsitzenden als auch den des Chairman – ähnlich dem deutschen Aufsichtsratschef – zu besetzen. Das verstoße gegen den Kodex, kritisieren die Anlegervertreter. Nach Meinung des Teather-&-Greenwood-Analysten hat die Diskussion aber wenig Einfluss auf den Aktienkurs: Investoren seien nicht so sehr an Corporate Governance interessiert, sagte er. Zudem zwinge Marks derzeit nichts, seine Einstellung zu ändern und einen der Posten aufzugeben. Der RREV ist es jedenfalls auf der Hauptversammlung Anfang des Monats nicht gelungen, eine Änderung durchzusetzen.

Anfang 2005 sah es allerdings schon einmal so aus, als ob sich die Aktie von French Connection erholen könne. Doch dann machten enttäuschende Einzelhandelszahlen diese Hoffnung zunichte. Diese Zahlen werden auch in den kommenden Monaten entscheiden, wie sich das Papier entwickelt. Dem britischen Statistikamt zufolge hat sich das Wachstum im Einzelhandel zwischen Februar und April zwar etwas verlangsamt. Die Bekleidungshändler legten aber um 2,3 Prozent zu – ein gemessen am langjährigen Durchschnitt vergleichsweise guter Wert.

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