Details zum Börsengang – Premiere sehr zuversichtlich: Conergy soll mindestens 500 Millionen wert sein

Details zum Börsengang – Premiere sehr zuversichtlich
Conergy soll mindestens 500 Millionen wert sein

Der dritte deutsche Börsengang in diesem Jahr geht in die heiße Phase. Die Aktien des Solarenergieunternehmens Conergy werden nach Schätzungen aus Finanzkreisen zwischen 50 und 60 Euro kosten. Den Gesamtwert von Conergy schätzen die begleitenden Banken auf 500 bis 600 Mill. Euro.

cbu/mm/scc FRANKFURT/M. Im Rahmen des bis zum 18. März geplanten Börsengangs sollen bis zu 4,5 Mill. Anteile an den Markt kommen. Das entspräche einem Volumen von maximal 270 Mill. Euro. Am Montag will Conergy Details zur Emission nennen.

Während das Solarenergieunternehmen seine Platzierung gerade startet, steht der Börsengang des Bezahlsenders Premiere kurz vor dem Abschluss. Mittlerweile sei die Emission rund vierfach überzeichnet, hieß es in Finanzkreisen. Festes Ziel sei ein Ausgabekurs am oberen Ende der Preisspanne. Premiere bietet seine Aktien für 24 bis 28 Euro an, wobei Privatanleger bevorzugt werden sollen. Am Graumarkt, wo die Papiere bereits vor der Erstnotiz gehandelt werden, hält sich Premiere seit Tagen bei Kursen zwischen 27,30 Euro und 27,50 Euro. Der Börsengang ist für den 9. März geplant.

Damit wird der Bezahlsender seine Preisvorstellungen wohl durchsetzen können. Dagegen hatten die Großinvestoren 2004 bei allen Börsengängen massiven Druck auf die Bewertung ausgeübt, und bei der Milliardenplatzierung der Postbank eine Preissenkung durchgesetzt. Auch der kleine Biotechwert Paion musste bei der ersten Emission in diesem Jahr den Ausgabekurs senken.

Um solche Turbulenzen zu vermeiden, wird Conergy voraussichtlich ein neues Emissionsverfahren testen. Anders als üblich will Vorstandschef Hans-Martin Rüter am Montag noch keine Preisspanne nennen. Ober– und Untergrenze für den Börsengang sollen erst nach der Tour des Managements zu den internationalen Großinvestoren wenige Tage vor dem Börsenstart festgelegt werden. Dadurch wird die Zeichnungsfrist von den üblichen zwei Wochen auf einige Tage verkürzt. Dadurch soll die öffentliche Diskussion um die Bewertung möglichst kurz gehalten werden.

Die Conergy-Aktien stammen zum großen Teil aus einer Kapitalerhöhung. Etwa die Hälfte des Emissionserlöses werde dem Unternehmen zu Gute kommen, hieß es in Finanzkreisen. Das Platzierungskonsortium wird von der Deutschen Bank und der Commerzbank geführt. Die Analysten der Deutschen Bank erwarten, dass Conergy bis 2007 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von bis zu 50 Prozent pro Jahr erreichen kann. 2004 lag der Umsatz bei 285 Mill. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern soll nach Schätzung der Berenberg Bank von 19 Mill. Euro 2004 auf 83 Mill. Euro 2007 steigen. Die Experten halten das Unternehmen für einen Aufstiegskandidaten in den TecDax.

Eigentlich wollte Conergy bereits 2001 an die Börse, musste seine Pläne aber wegen des schwachen Marktes aufgeben. Auch damals sagten die Analysten ein schnelles Wachstum voraus. Die Konsortialbank Trinkaus & Burkhardt prognostizierte damals für 2003 einen Umsatz von 218 Mill. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 21 Mill. Euro. Tatsächlich verdiente Conergy 2003 nur eine Mill. Euro bei einem Umsatz von 122 Mill. Euro. Durch die Verschiebung des Börsengangs habe sich die Basis für das geplante Wachstum verändert, hieß es dazu in Unternehmenskreisen. Trotz der verpassten Emission habe Conergy den Umsatz jährlich um deutlich mehr als 100 Prozent gesteigert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%