Deutsche Aktien
Geldstopp beim Starfonds

Bei drei Milliarden Euro ist Schluss. Mehr Geld nimmt ein Deutsche-Bank-Aktienfonds nicht an. Ärgerlich ist das für zehntausende Sparplan- und VL-Anleger. Hier die Alternativen für sie.

Der Bestseller-Fonds der Deutschen Bank wird seinem Manager Henning Gebhardt zu groß. Seit September ist das Volumen des DWS Aktien Strategie Deutschland von 2,0 auf 3,1 Milliarden Euro gestiegen. Jetzt nimmt die Deutsche-Bank-Fondstochter DeutscheAM vorerst keine neuen Gelder an. Denn unter einem anhaltend hohen Zustrom könnte die Performance leiden.

„Zu unseren Pflichten als Treuhänder zählt, den Investmentansatz aufrecht zu halten und Anlegern die Möglichkeit zu geben, weiterhin an die Erfolge des Fonds anzuknüpfen. Aufgrund der Marktenge bei deutschen Nebenwerten ist dies bei einem weiter steigenden Fondsvolumen nicht möglich. Das Anlageuniversum würde zu klein und die Strategie dadurch für die bereits investierten Kunden verwässert“, sagte Henning Gebhardt, der auch Mitglied der Geschäftsführung bei DeutscheAM ist.

Mit dem geringeren Volumen hatte es der Fonds in den vergangenen Jahren geschafft, die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Er war der beste unter den Aktienfonds, die in heimische Unternehmen investieren.

Auch für zehntausende Sparplananleger bedeutet die Schließung jetzt, dass sie sich für ihre Einzahlungen eine Alternative suchen müssen. Ebenfalls betroffen davon sind Anleger vermögenswirksamer Leistungen (VL). Die bereits eingezahlten Beträge können aber in dem DWS-Fonds bleiben, der aus deutschen Standard- (also Dax-, MDax-Aktien) und kleinen Nebenwerten besteht.

Die kleineren Unternehmen gaben dem Fonds die Würze. Damit die Aktien überhaupt einen nennenswerten Einfluss auf die Fondsperformance haben, müsste Fondsmanager Henning Gebhardt mindestens ein Prozent des Fondsvolumens also etwa 30 Millionen Euro in einen Wert investieren können. Der erfolgreiche Küchenausrüster Rational oder die Optikerkette Fielmann haben zwar um die fünf Milliarden Euro Börsenwert, aber nur ein Viertel davon wird als Streubesitz gehandelt.

Entsprechend mau ist teilweise der Handel mit den Aktien an der Börse. Wollte Gebhardt jetzt einen Großteil seiner Aktienbestände verkaufen, etwa weil er das Unternehmen neu eingeschätzt hat oder ihm Anleger Geld aus dem Fonds abziehen, würde er einen starken Kursverfall der Aktie riskieren, wenn er die 30 Millionen in den Markt gibt. Bei noch weniger gehandelten Aktientiteln besteht immer die Gefahr, dass der Fondsmanager sie nicht verkaufen kann.

Gebhardt ist ein krisengestählter Manager. Die Freude über die Zuflüsse ist groß, aber er weiß, dass Anleger bei einem drohenden Crash ihr Geld fluchtartig abziehen können. Das Risiko, dann auf dem trockenen zu sitzen und Anlegern ihr Geld nicht zurückzahlen zu können, will man erst gar nicht eingehen.

Der Schritt – so ärgerlich er für manchen Anleger ist – ist konsequent.

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Geldstopp beim Starfonds

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Alternative: Mainfirst oder Acatis

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