Deutsche Bank, Commerzbank & Co.
Bankaktien im Ausverkauf

Wer zu Jahresbeginn Bankaktien gekauft hat, muss sich über ein Fehlinvestment ärgern. Die Kurse der meisten großen europäischen Banken sind in die Tiefe gerauscht. Und nach nachhaltiger Besserung sieht es nicht aus.
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FrankfurtFür Bankaktionäre droht 2016 zu einem Horrorjahr zu werden. So sind die Kurse europäischer Bankaktien seit Jahresbeginn dramatisch abgerutscht. Die Titel der Deutschen Bank verloren etwa 34 Prozent – die schwächste Entwicklung im deutschen Leitindex Dax. Sie sackten im Februar bei gut 13 Euro sogar auf den tiefsten Stand jemals.

Die Commerzbank büßte dieses Jahr immerhin 27 Prozent ein. Ähnlich stark stürzten etliche andere Großbanken ab. Kurzum: Bankaktien sind alles andere als beliebt. Vergangene Woche gab es nochmals mehrere Tage mit deutlichen Verlusten. Am Dienstagmorgen haben sich die Kurse aber wieder leicht erholt, obwohl einige europäische Großbanken tiefrote Zahlen für das erste Quartal vorlegten. Diese Zahlen fielen aber nicht so schlimm aus wie von Analysten erwartet. Die Kurse steigen, weil die Lage weniger dramatisch ist wie befürchtet.

Doch die Lage bei Europas Banken bleibt ernst. Besonders düster sieht es in Italien aus: Aktien von Unicredit fielen seit Jahresstart sogar um rund 40 Prozent. In Italien sorgte das maue Interesse beim Börsengang von Banca Popolare di Vicenza vergangene Woche für weitere starke Verluste. Angesichts des geringen Interesses muss der staatliche Bankenrettungsfonds Atlante die allermeisten der angebotenen Aktien kaufen. Das traf auch die am Fonds beteiligten Banken wie Unicredit. Denn durch den Aktienkauf hat der Rettungsfonds bereits einen wesentlichen Teils seines Kapital aufgebraucht - und das sollte eigentlich dazu genutzt werden, den heimischen Geldhäusern faule Kredite abzunehmen.

Auch BNP Paribas und Société Générale aus Frankreich, die britischen Geldhäuser Barclays und Royal Bank of Scotland sowie die niederländische ING gaben dieses Jahr heftig nach.

Und in Asien und in den USA zählen Finanzwerte ebenfalls zu den großen Verlierern. In den USA gaben beispielsweise die Aktien von Goldman Sachs und Citigroup seit Jahresbeginn nach. Analysten von Citigroup registrieren, dass die Schätzungen für die Gewinne der Branche zuletzt weltweit gesenkt wurden. Der Sektor wird demnach so negativ gesehen wie kein anderer.

Für eine echte Wende spricht derzeit jedoch nicht allzu viel. „Ich halte das Ausmaß der Kursverluste für übertrieben“, sagt Philipp Häßler, Bankenanalyst bei Equinet, zur Entwicklung der Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank. „Allerdings fehlen kurzfristig die positiven Nachrichten, die Investoren dazu bewegen, die beiden Aktien wieder zu kaufen.“

Für den Kurssturz gibt es mehrere Gründe: Die niedrigen Zinsen nagen an den Margen der Banken. Da die Leitzinsen in der Euro-Zone bei null Prozent liegen und die Europäische Zentralbank für Kurzfristeinlagen Strafzinsen verlangt, wird der Spielraum der Geldhäuser kleiner. Sie geben die Strafzinsen zwar teils an ihre Kunden – Firmenkunden und professionelle Anleger – weiter. Privatkunden aber sind bisher von negativen Einlagezinsen verschont.

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  • Zu Ihrem heutigen Titelthema (S. 4 in der HB-Printausgabe oder http://www.handelsblatt.com/my/finanzen/anlagestrategie/trends/aggressive-investoren-und-dubiose-studien-die-macht-der-analysten/13571566.html)
    nur soviel:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/wenn-analysten-daneben-liegen-die-meistgehasste-aktie-macht-den-hoechsten-gewinn/13488016.html

  • Die Finanzindustrie ist völlig aus dem Ruder. Es sind ja nicht nur die Banken. Unter Einschluß der Nonbanks und Nearbanks herscht insbesondere in Deutschland ein ruinöser Wettbewerb. Dazu noch das Immage der Banken, das von den Bankmanagern, aber auch von Politikern (einschl. Verbraucherpolitiker) und Medien kontinuierlich kaputt gemacht wurde, da wundern die Kurse nicht.

  • USA nehmen Kunden der HSBC Schweiz in die Zange....
    Ungerechtigkeit wohin man schaut.

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