Deutsche Bank: Gewagtes Spiel mit neuen Aktien

Deutsche Bank
Gewagtes Spiel mit neuen Aktien

Es ist die zweitgrößte Kapitalerhöhung in der deutschen Börsengeschichte: 10,2 Mrd. Euro sammelt die Deutsche Bank am Aktienmarkt ein. Für die knapp 600 000 Aktionäre stellt sich die Frage, ob sie die Gelegenheit beim Schopfe packen und ihre Bezugsrechte nutzen oder diese lieber verkaufen sollten. Bis Freitag, zehn Uhr, müssen sie sich entscheiden.
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FRANKFURT. Das Angebot scheint verlockend: Für 33 Euro und zwei Bezugsrechte kommen Deutsche-Bank-Aktionäre an neue Aktien. Der Kurs für Altaktien lag am Montag knapp über 41 Euro. "Das ist auch psychologisch", sagt Guido Hoymann vom Geldhaus Metzler. "Letztendlich müssen sich die Anleger losgelöst von dem Angebotspreis entscheiden, ob sie die Deutsche-Bank-Titel kaufen wollen und von dem Geschäftsmodell überzeugt sind", sagt der Bank-Analyst.

Sicher ist: Deutsche-Bank-Aktionäre brauchen starke Nerven. Der Wert des Papiers hat im vergangenen Jahr einen ordentlichen Zickzack-Kurs hingelegt. Notierten die Titel Ende März noch bei knapp 53 Euro, brachen sie im Mai auf 41 Euro ein. Im August konnten sie sich wieder freuen: Das Papier gewann 25 Prozent auf über 51 Euro. Doch das Glücksgefühl währte nur kurz: Die Aktie stürzte erneut um 18 Prozent.

Sollten sich Anleger dennoch zum Einstieg entscheiden, ist es egal, auf welchem Weg sie die Aktien kaufen. Entweder direkt am Markt zum aktuellen Kurs oder über den Kauf von zwei Bezugsrechten für je etwa vier Euro und einer Jungaktie von 33 Euro. In der Summe zahlen sie immer den aktuellen Kurs.

Besitzanteile werden durch Kapitalerhöhung verwässert

Für Altaktionäre ist die Sache komplizierter: Sie können die Bezugsrechte verkaufen und die Erlöse als sichere Gewinne einstreichen. Die Bezugsrechte sind dann am meisten wert, wenn die Aktie am teuersten ist. Schließlich ist er Preis des Bezugsrechts stets - von Verzögerungen abgesehen, die Privatanleger kaum nutzen können - die Differenz vom Marktkurs und Festpreis der Jungaktie. Es ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass Privatanleger den günstigsten Augenblick erwischen, um die Bezugsrechte zu verkaufen. Sie sollten daher am besten nichts machen. Ihre Bank wird die Bezugsrechte für sie am kommenden Freitag zum besten Preis verkaufen. Sie müssen lediglich hinnehmen, dass dadurch ihre Besitzanteile an der Deutschen Bank verwässert werden.

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  • Einmal eine andere sache,

    Hat Herr Ackermann denn überhaupt eine Arbeitsgenehmigung in Deuschland?
    soweit mir bekannt ist NEiN.

  • Deutsche bank Aktien-Finger weg!
    Durch die Kapitalerhöhung tritt eine "Verwässerung" der Aktie um 18 Prozent ein!
    Die Kosten der Postbank (Eigenkapitalaufstockung) nach basel iii erfordert richtig Geld!
    Die Postbankkunden sind keine "Deutsche bank Kunden", die derartige Kosten für die bankprodukte akzeptieren!(25 Prozent Eigenkapitalrendite auf die Postbank übertragen- wo von träumen die??)
    Reduzierung der Dividende ist nicht zu vermeiden!
    Lassen Sie Herrn Ackermann ruhig demonstrativ die bezugsrechte ausüben- bei dem Salaire kann er es sich leisten-der Normalanleger leider nicht!
    Last not least: 75 Prozent aller Fusionen stellen sich als "Wasserschläge" heraus (siehe Daimler, siehe bMW).
    Die Deutsche bank Aktie hat noch reichlich "Luft nach unten"!

  • ich habe Dt. bank-Aktien aus altem bestand, d.h. vor Jahren gekauft, Kursgewinn somit steuerfrei. Jetzt stehe ich vor der Frage, was tun mit den bZR ? Wenn ich das richtig verstanden habe ist der Verkauf der bZR steuerfrei. Wenn ich die bZR ausübe, beziehe ich Aktien nach nuer Regelung zum Kurs von 33 EUR und habe somit sofort einen steuerpflichtigen Kursgewinn. Fahre ich dann nicht besser damit, die bZR steuerfrei zu verkaufen und die Aktie an der börse zu z.b. 39 EUR zu kaufen ? Dann entsteht doch erst ein steuerpflichtiger Kursgewinn, wenn die Aktie über 39 steigt oder habe ich da einen Denkfehler ???

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