Deutsche Bank
John Cryan kauft Anleihen zurück

Die Deutsche Bank will Anleihen im Wert von fast fünf Milliarden Euro zurückkaufen. Ein entsprechendes Rückkaufangebot hat der Konzern jetzt unterbreitet. Die Aktie schießt nach oben.
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Die Deutsche Bank unterbreitet Anlegern ein Rückkaufangebot für bestimmte Anleihen. Damit will die Bank ihre Kapitalkraft unter Beweis stellen und Misstrauen unter Investoren bekämpfen. Mit einem Rückkauf der Schuldscheine könnte der Dax-Konzern einen Kapitalgewinn einstreichen und sich künftige Zinszahlungen sparen.

Zurückkaufen will Co-Chef John Cryan fünf Euro-Anleihen mit einem angestrebten Volumen von drei Milliarden Euro und acht US-Dollar-Anleihen mit einem Volumen von zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro).

„Die starke Liquiditätsposition der Bank erlaubt es ihr, diese Wertpapiere zurückzukaufen, ohne dass dies Auswirkungen auf den Emissionsplan für das Jahr 2016 hat“, teilte das Institut mit. Es handelt sich bei den Papieren um bestimmte unbesicherte Anleihen.

Die Deutsche Bank kann sich den angekündigten milliardenschweren Anleihe-Rückkauf nach eigener Einschätzung locker leisten. Per Ende 2015 hätten die Liquiditätsreserven bei rund 215 Milliarden Euro gelegen, teilte Finanzchef Marcus Schenck am Freitag in einer Botschaft an die Mitarbeiter mit, die auf der Internetseite der Bank veröffentlicht wurde. Auch der Refinanzierungsplan für das laufende Jahr müsse nicht angepasst werden. Durch den Rückkauf der Bonds unter deren Ausgabepreis kann die Deutsche Bank einen kleinen Gewinn einstreichen.

„Die Bank nutzt die Marktbedingungen, um diese Anleihen zu attraktiven Preisen zurückzukaufen und so ihre Verschuldung zu verringern“, erklärte Finanzvorstand Marcus Schenck den Schritt in einer Mitteilung. „Indem diese Anleihen unter ihrem Ausgabepreis zurückgekauft werden, realisiert die Bank einen Gewinn.“ Zudem spare sich die Bank so künftige Zinszahlungen für diese Papiere.

Der Analyst Roger Francis von Mizuho International hält dies für einen strategischen Schachzug. „Mit diesem Mittel kann die Deutsche Bank Panik reduzieren“, sagt Francis der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dennoch würden damit nicht die grundsätzlichen Sorgen über die Bank beschwichtigt. „Dafür benötigen die Anleger Erlöse der Bank, damit sie Dividenden und Anleihen-Kupons bezahlen kann“, erklärt Francis. Doch genau an diesem Punkt stünden noch immer Fragezeichen.

Die Aktie der Deutschen Bank reagierte positiv auf die Offerte, über die bereits Anfang der Woche spekuliert worden war. Die Deutsche-Bank-Aktie baute ihre bereits deutlichen Kursgewinne aus und notierte um 14.30 Uhr zehn Prozent im Plus bei 15 Euro.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bank: John Cryan kauft Anleihen zurück"

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  • @ Rainer von Horn
    Haben Sie vielleicht noch Mitleid mit Leuten, die glauben, dass "Geld", das man beliebig nachdrucken kann (bzw. heutzutage großteils am Computer "druckt), irgend einen Wert hat, und man damit sparen kann?? Ob nun ein Zettel Papier (= Bargeld) wertlos ist oder das Computer-Giralgeld, ist doch letztendlich komplett gleichgültig. MIt ausschließlichem Konto-Giralgeld kann der Überwachungsstaat "nur" die Finanztransaktionen der Bürger lückenlos nachverfolgen, und die Geschäftsbanken können aufgrund des Fractional Reserve Banking mehr Kreditexpansion betreiben. Wird das Konto-Giralgeld aber von den Bürgern nicht mehr akzepztiert, kann auch der Staat daran nichts ändern, auch wenn er es mit noch so totalitären (Zwangs-)Maßnahmen durchzusetzen versucht...

  • Das Geld sollten die bessere auf der hohen Kante behalten, denn so wie das aussieht, brauchen sie es bald. Wenn alle möglichen Leute meinen, sie müssten sich äussern und die Situation gutreden, erinnert mich das fatal an die Lehman-Story. Die CDS Prämien explodieren und Hedgefonds verkaufen leer. Leute, das geht in die Hose !

  • Eigentlich richtig, die Zockerbuden arbeiten längst übers Netz.

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