Deutsche Bank: Zwei Säulen für die Zukunft

Deutsche Bank
Zwei Säulen für die Zukunft

Die Führung der Deutschen Bank sucht eine neue Strategie. Der Favorit: ein radikaler Umbau, der eine Ausgliederung des Privatkundengeschäfts vorsieht. Die Anleger freut das, die Aktie gewinnt bis zu vier Prozent.
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Düsseldorf/FrankfurtDie Zwillingstürme der Deutschen Bank gehören zur Frankfurter Skyline einfach dazu: Anders als ihre Vorgänger aus den 1980er Jahren sparen die 2011 fertig sanierten Hightech-Gebäude CO2 ein und gehören mit einem eigenen Abwassersystem zu den umweltfreundlichsten Hochhäusern der Welt. Schon bald könnten die beiden Türme – „Deutsche Bank I“ und „Deutsche Bank II“ – für noch mehr Wandel in Sachen Finanzarchitektur stehen. Denn das größte und mächtigste Geldinstitut Deutschlands möchte sich radikal verändern.

Einen Hinweis darauf gab die Strategiesitzung am vergangenen Freitag in Frankfurt. Wie die Teilnehmer dem „Handelsblatt” (Montagsausgabe) berichteten, favorisierten die Führungskräfte der Deutschen Bank ein Zwei-Säulen-Modell: Künftig soll es zum einen eine Privatkundenbank geben, zu der auch die Postbank gehören soll. Diese Sparte soll in den kommenden zwei Jahren zu 51 Prozent an die Börse gebracht werden. Zum anderen will sich die Deutsche Bank offenbar auf Unternehmensfinanzierung und auf Vermögensverwaltung reicher Kunden zurückbesinnen. Das risikoreiche Investmentgeschäft soll zurückgefahren werden. Ob der Umbau zustande kommt und wie dieser aussehen wird, soll in der Hauptversammlung am 21. Mai bekannt gegeben werden. Bereits Ende April soll der genaue Umsetzungsplan im Aufsichtsrat vorgestellt werden.

Bei den Aktionären sorgt der mögliche Umbau aber bereits jetzt für Furore. Am Montag schoss die Deutsche-Bank-Aktie um bis zu vier Prozent nach oben auf 32,90 Euro und war am Morgen der größte Gewinner im Dax. Die Investoren hoffen, dass der Börsengang der Privatkundensparte ihnen Geld in die Kassen spült.

Bei der Kursentwicklung der Aktie wäre das auch nötig. Zwar hat das Papier seit Beginn der Börsenrally im Januar rund 26 Prozent zugelegt. Doch für die Anleger bedeutet der Zuwachs höchstens eine Kurserholung. Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie gerade einmal 2,6 Prozent gewonnen. Im Vergleich zu den anderen Unternehmen im Leitindex ist das wenig. Dieser hat in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt rund 28 Prozent zugelegt. Automobil- und Pharmawerte verzeichneten zweistellige Zuwächse. Doch die beiden Bankenwerte – Deutsche Bank und die Commerzbank – konnten trotz der anhaltenden Hausse kaum nach vorne rücken.

Dabei sind die Aktien der Deutschen Bank für Investoren nicht unattraktiv. Sie überzeugen beispielsweise durch ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,5. Auch konnten die Anleger in den vergangenen beiden Jahren den Gewinn pro Aktie kontinuierlich steigern auf zuletzt 1,20 Euro pro Wertpapier. Zum Vergleich: Commerzbank-Anleger verdienen etwa einen 50 Cent pro Anteilsschein. Hinzu kommt, dass Bankenaktien von der lockeren Geldpolitik der Europäischen Notenbank überdurchschnittlich profitieren.

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  • Wenn sie das Investmentbanking (noch) weiter zurückfahren, dann werden ja noch mehr Top-Leute das Unternehmen verlassen und ihr eigens Baby machen. Ist eh lukrativer sein eigener Boss zu sein, und sein eigenes Handelsbuch zu führen.

    Mich würden zumindest nicht einmal 100.000 € Brutto im Monat (bei fast 50 % Lohnsklaven-Steuer in Deutschland) motivieren jemals noch einmal zu einer IB als angestellter Eigen/Börsenhändler zurückzugehen, wenn ich den gleichen Betrag Netto jetzt im Schnitt schon nach 1 Woche auf dem Konto habe.


    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.


    Ralph

    Investmentbanker (CFA, Eurex- und Xetra-Lizenz)
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading

    Handelsbuch mit 5,0 Mio. € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischen Gold auf dem Margin-Konto

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