Deutsche Börse
Anleger ignorieren Analysten-Empfehlungen

Die Deutsche Börse hat mit ihren Quartalszahlen die Analysten überzeugt. Die Anleger bleiben trotzdem skeptisch – sie fürchten die Risiken im Ausland. Was für und was gegen die Aktie der Deutschen Börse spricht.
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FRANKFURT. Es hätte so schön sein können. Gleich mehrere Analysten haben gestern empfohlen, die Aktie der Deutschen Börse zu kaufen beziehungsweise ihre Kaufempfehlung bekräftigt. Dummerweise half das dem Kurs kein bisschen weiter. Am späten Nachmittag notierten die Börsen-Papiere entgegen dem Markttrend im Minus.

Weitere Abschreibungen bei US-Tochter zu erwarten

Der Grund für die vornehme Zurückhaltung der Anleger trägt den Namen International Securities Exchange – kurz ISE. 2007 hatte die Deutsche Börse zwei Mrd. Euro für die US-Optionsbörse auf den Tisch gelegt. Zu viel, sagten die Kritiker damals. Gelohnt hat sich die Investition bislang nicht, im Gegenteil. Die Geschäfte der Tochter laufen schleppend. Bereits Ende 2009 musste der Frankfurter Börsenbetreiber deshalb 420 Mio. Euro abschreiben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dies nicht die letzte Abschreibungsrunde war, habe sich erhöht, ließ die Deutsche Börse Mittwochabend bei der Präsentation der Quartalsbilanz verlauten. Wie hoch die ausfallen könnte, ist Experten zufolge aber noch unklar. Noch im Mai hatte das Management betont, dass die Wachstumsaussichten der US-Tochter den Erwartungen entsprächen. Die Situation der ISE trübe die Freude über die ansonsten guten Zahlen, sagte ein Händler.

Insgesamt läuft es nämlich gar nicht so schlecht für die Frankfurter. 504,3 Mio. Euro Umsatz im dritten Quartal, ein operatives Ergebnis von 257,4 Mio. Euro – mehr als von den Analysten erwartet. „Vor allem die Kostenprognose für das Gesamtjahr hat mich positiv überrascht“, sagte Andrew Mitchel von der australischen Investmentbank Macquarie.

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  • in diesem Artikel haben Sie ein Wort verwechselt: es muss heissen ´wegen´ und nicht trotz!!

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