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Deutsche Börse sehr schwach - LSE weist Angebot ab

Das inzwischen zurückgewiesene Übernahmeangebot der Deutschen Börse an den britischen Wettbewerber London Stock Exchange (LSE) hat die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers am Montag an das Ende des Dax befördert. Die Papiere verloren gegen 9.40 Uhr 2,92 Prozent auf 43,23 Euro.

dpa-afx FRANKFURT. Das inzwischen zurückgewiesene Übernahmeangebot der Deutschen Börse an den britischen Wettbewerber London Stock Exchange (LSE) hat die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers am Montag an das Ende des Dax befördert. Die Papiere verloren gegen 9.40 Uhr 2,92 Prozent auf 43,23 Euro. Der Leitindex Dax legte in derselben Zeit um 0,56 Prozent auf 4 197,80 Punkte zu. Die Papiere der LSE sprangen um 20,00 Prozent auf 516 Pence nach oben.

Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) sehen das Angebot skeptisch und befürchten einen Bieterwettstreit. "Neben dem hohen Kaufpreis ist mit umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen zu rechnen, so dass abzuwarten bleibt, ob die erzielbaren Synergien die Investitionen rechtfertigen. Insgesamt dürfte es sehr schwer für die Deutsche Börse werden, London zu übernehmen", hieß es.

Die LSE verfüge über den größten Kassamarkt in Europa und würde aus strategischer Sicht der Deutschen Börse umfangreiche Wachstumschancen bieten, schrieb die LRP weiter. Abzuwarten bleibe, wie der größte Wettbewerber der Deutschen Börse, Euronext , auf das Angebot reagiere. "Denn wer London gewinnt, wird eindeutig Nr. 1 unter Europas Börsen." Damit dürfte ein Bieterwettstreit losgetreten sein, denn es sei davon auszugehen, dass die Deutsche Börse ihr Angebot aufbessern werde.

Ein Händler in Frankfurt sagte: "Das Angebot kam nicht ganz überraschend." Der gebotene Preis sei "fair". "Nun heißt es abwarten - denn die Gespräche sollen fortgesetzt werden", sagte er weiter. Unterdessen stufte die Investmentbank Merrill Lynch die Aktie der Deutschen Börse von "Buy" auf "Neutral" ab.

Ein Analyst aus Frankfurt bewertete die Pläne der Deutschen Börse eher negativ: "Das sieht nach einem Übernahmepoker aus", sagte er. Das berge das Risiko, dass sich der Preis noch nach ober schraube, was negativ für die Deutsche Börse sei. Außerdem enthalte der angebotene Preis für die London Stock Exchange schon jetzt eine völlig ausreichende Prämie.

Der britische Börsenbetreiber LSE hatte ein Übernahmeangebot der Deutschen Börse abgelehnt. Wie die Gesellschaft am Montagmorgen mitteilte, hatten die Frankfurter 530 Pence je Aktie geboten. Das Angebot liege unter dem Wert der LSE, weshalb das Management beschlossen habe, die Offerte der Deutschen Börse abzulehnen, hieß es seitens der Briten.

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