Aktien
Deutsche Börse verlieren mit dem Markt - Eklat befürchtet

Die Aktie der Deutschen Börse hat am Freitag im Einklang mit dem Gesamtmarkt deutlich verloren. Auf mehrere Meldungen zum Frankfurter Börsenbetreiber reagierte die Aktie nach Einschätzung von Analysten indes kaum. Sie werde vielmehr mit dem schwachen Markt nach unten gezogen, hieß es.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktie der Deutschen Börse hat am Freitag im Einklang mit dem Gesamtmarkt deutlich verloren. Auf mehrere Meldungen zum Frankfurter Börsenbetreiber reagierte die Aktie nach Einschätzung von Analysten indes kaum. Sie werde vielmehr mit dem schwachen Markt nach unten gezogen, hieß es. Die Aktie des Börsenbetreibers fiel bis 15.15 Uhr um 2,42 Prozent auf 60,79 Euro. Zugleich gab der Dax um 1,71 Prozent auf 4 326,63 Punkte ab.

TCI hatte am Vorabend in einem Schreiben an die Deutsche Börse wie erwartet die Abwahl von Aufsichtsratschef Rolf Breuer während der Hauptversammlung gefordert. Zudem will der Großaktionär dem Vorstand die Entlastung verweigern. Hinzu kamen Neuigkeiten aus dem Haus der Hessischen Börsenaufsicht. Sie hat an mehrere Aktionäre einen Fragenkatalog formuliert und zur Antwort darauf aufgefordert.

Analyst Martin Praum von Sal. Oppenheim sieht den Kurs der Aktie in den kommenden Wochen vor allem durch die Aktienrückkäufe getrieben. Allerdings könnten dabei Spekulationen um einen Managementwechsel ebenfalls einen Einfluss haben. Da die Deutsche Börse den Aktionärswünschen inzwischen entsprochen habe, sieht er keine Grundlage mehr für eine erfolgreiche Abwahl Breuers oder gar den Sturz von Börsenchef Werner Seifert. Sicher ist für ihn aber, dass auf dieser besonderen Hauptversammlung deutlich mehr Aktionäre anwesend sein werden als dies im vergangenen Jahr der Fall war.

Den hohen Kurs der Deutsche-Börse-Aktie sieht Praum mit Blick auf fundamentale Daten und den Unternehmensausblick nicht mehr gerechtfertigt. "Nur eine Wette auf die Zerschlagung der Börse und ein Börsengang der Tochter Eurex könnte die derzeitige Aktienkursentwicklung rechtfertigen", so Praum.

Analyst Ralph Breßler vom Bankhaus Lampe sieht die Nachrichten des Tages ebenfalls als sekundär für den Kurs. Dass TCI Breuers Abwahl fordere, sei bekannt und nun nur nochmals schriftlich formal erfolgt. Der Kurs dürfte davon nicht bewegt werden, sagte er. Zudem glaubt er nicht an einen Erfolg. "Das könnte schwierig werden, denn TCI muss dafür noch zahlreiche andere Aktionäre ins Boot bekommen", sagte er. Dabei verwies er darauf, dass mehr als 50 Prozent des anwesenden stimmberechtigen Aktienkapitals für eine solche Abwahl nötig seien. Die meisten aber dürften mit dem bewilligten Aktienrückkauf und möglicher weiterer Barmittelausschüttungen zufrieden sein, vermutete er.

Dass TCI die Abwahl Breuers unverändert fordert, begründet er mit Aussagen der Deutschen Börse, sich eine neue Übernahmeofferte vorzubehalten, falls eine andere Partei ein Übernahmeangebot für die London Stock Exchange (LSE) öffentlich vorlegt. Dass TCI und andere Großaktionäre eine Zerschlagung der Deutschen Börse planen könnten, hält er für "inzwischen unrealistisch". Das mache wenig Sinn, da seit November 2004 der Aktienkurs erheblich gestiegen sei. "Zu der Zeit wäre eine solche Überlegung nicht abwegig gewesen, aber inzwischen sind die Einzelteile sicher nicht mehr wertvoller als das Gesamtunternehmen", sagte er.

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