Aktien
Deutsche Telekom weiter fest - Spekulation um T-Mobile USA

T-Aktien haben ihre Kursgewinne der Vortage am Montag im Kielwasser eines positiv aufgenommenen Presseberichts ausgebaut.

dpa-afx FRANKFURT. T-Aktien haben ihre Kursgewinne der Vortage am Montag im Kielwasser eines positiv aufgenommenen Presseberichts ausgebaut. Die Papiere der Deutschen Telekom verteuerten sich bis gegen 11.05 Uhr um 0,45 Prozent auf 15,49 Euro und bauten damit ihre Kursgewinne der vergangenen Handelstage aus. T-Aktien stehen damit auf dem höchsten Niveau seit März. Der Dax legte gleichzeitig 0,02 Prozent auf 4 618,12 Punkte zu.

"Kurzfristig wird die T-Aktie von Spekulationen auf einen möglichen Verkauf von T-Mobile USA (TMO USA) angetrieben", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Dem "Wall Street Journal Europe" zufolge diskutiert die Telekom-Führung über einen Verkauf ihrer US-Mobilfunktochter TMO USA, um mit dem Erlös Akquisitionen in Europa zu finanzieren. Auf diesem Wege würden zudem Investitionen von zehn Mrd. Dollar in den Netzausbau gespart. Dem Händler zufolge erklärt der Artikel auch den Kursanstieg der vergangenen Handelstage - die Deutsche Telekom habe Investoren zuletzt über ihre Haltung zu einem Verkauf von TMO USA befragt. Der Händler hält einen Verkauf unterdessen langfristig für fragwürdig, da die Telekom ihren größten Wachstumsmotor verlieren würde.

Analysten äußerten sich unterdessen uneinig bezüglich des Engagements in den USA: Stefan Borscheid von der WestLB erwartet nicht, dass sich die Telekom von ihrer US-Mobilfunktochter trennen wird. "Theoretisch ist vieles möglich, aber im Moment halte ich einen Verkauf für unrealistisch", sagte Borscheid der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Das Engagement in den USA macht Sinn, und es ist aus unserer Sicht auch am wahrscheinlichsten, dass die Deutsche Telekom dort bleiben wird." Die Zukunft von T-Mobile USA sei aber "auch eine Sache des Preises." Dass Vodafone kein Interesse äußere, sei nicht überraschend. Borscheid hat T-Aktien mit "Outperform" beim Kursziel von 17,50 Euro eingestuft.

Auch Hannes Wittig von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) hat sich gegen einen Verkauf von TMO USA ausgesprochen: "Von der Sache her gibt es keinen Zweifel daran, dass das die beste Strategie ist."

Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) hält dagegen die Option eines Verkaufs von TMO USA "für sehr realistisch". "Obgleich die Deutsche Telekom durch einen Verkauf ihren wichtigsten Wachstumsmotor verlieren würde, ist das weitere Wachstumspotenzial von TMO USA im Hinblick auf die zunehmende Sättigung des US-amerikanischen Marktes zeitlich begrenzt", schrieb Analyst Per-Ola Hellgren. Die Titel wurden mit "Outperformer" und einem Kursziel von 17 Euro bestätigt.

Abseits von der Diskussion um die Zukunft von TMO USA hatte sich Lehman Brothers am Morgen positiv zur Deutschen Telekom geäußert. Mit dem Blick auf die Bewertung, den verbesserten Ausblick im Inlandsgeschäft und der signifikant unterbewerteten US-Assets hat die Investmentbank zu Umschichtung in Aktien der Deutschen Telekom aus Telefonica heraus geraten. Die Analysten haben T-Aktien als "Top Sector Pick" auserkoren.

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