Deutschlands größter Immobilienfinanzierer
Eurohypo denkt weiter an Börsengang

Der Chef von Deutschlands größtem Immobilienfinanzierer Eurohypo, Bernd Knobloch, hofft trotz der zuletzt ablehnenden Haltung der Commerzbank nach wie vor auf einen Börsengang im kommenden Jahr.

HB WASHINGTON. „Vom Tisch ist das nicht“, sagte Knobloch der Nachrichtenagentur Reuters am Montag in Washington. Momentan sei die angestrebte Zweitplatzierung - ein so genanntes Secondary-Public-Offering (SPO) - aber nicht aktuell. Auf die Frage, ob ein Börsengang 2006 möglich sei, antwortete der Vorstandschef des Bankhauses: „Ich sehe keinen Grund, warum das nicht so sein sollte.“ Die Entscheidung liege aber bei den Großaktionären Commerzbank, Deutsche Bank und Dresdner Bank. Knobloch deutete an, die 2002 durch die Fusion von deren Immobilien-Töchter entstandene Eurohypo könnte ihre selbst gesteckten Renditeziele früher als erwartet erreichen.

Die drei Großaktionäre halten 98 Prozent an dem Institut und wollten sich früheren Angaben zufolge über die Börse von einem Aktienpaket in Höhe von 40 bis 45 Prozent trennen. Knobloch hat mehrfach seine Bereitschaft zu einer Platzierung unterstrichen, wartet aber auf grünes Licht der Großaktionäre, die sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen müssen.

Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hatte Ende August gesagt, bei einem SPO sei derzeit kein attraktiver Preis für die Eurohypo zu erzielen. „Deshalb kann uns kein Mensch zwingen, noch in diesem Jahr zu verkaufen“, hatte er hinzu gefügt. Medienberichten zufolge gibt es Überlegungen, die Eurohypo an einen Dritten zu verkaufen oder in einen der drei Großaktionäre zu reintegrieren. Gerade die Commerzbank würde unter einer Abgabe ihres Anteils von knapp 32 Prozent leiden, weil dieser für rund ein Fünftel des Konzerngewinns sorgt.

Knobloch äußerte sich ablehnend zu einer Integration in eine andere Bank. Die Eurohypo habe sich als Spezialinstitut gut etabliert und akquiriere auch wegen ihrer fokussierten Aufstellung leichter als diversifizierte Konkurrenten Geschäft. „Bei diesen geht die Immobilienexpertise im Großkonzern unter“, sagte er. „Wir gehen unseren eingeschlagenen Weg unvermindert weiter.“ Berichte über eine mögliche Reintegration in die Commerzbank bezeichnete er als Fantasie: „Ich kann zu solchen Themen nichts sagen, weil ich nichts davon weiß.“

Mit Blick auf das in wenigen Tagen endende dritte Quartal sagte Knobloch, er sei zufrieden, es habe keine Überraschungen gegeben. Auf die Frage, ob die Bank im Gesamtjahr wie in den ersten sechs Monaten bei der Eigenkapitalrendite die Marke von neun Prozent übertreffen könnte, sagte er: „Ich habe das nicht ausgeschlossen, ich bestätige das auch nicht. Das Jahr ist noch lang.“ Die Prognose, dass der Überschuss über dem Vorjahreswert von 431 Millionen Euro liegen werde, habe auf alle Fälle Bestand. Bis 2007 will die Eurohypo ihre Netto-Rendite auf zehn Prozent steigern, wobei Knobloch eine vorzeitige Umsetzung nicht ausschloss: „Natürlich versucht man Ziele, die man gesetzt hat, vielleicht auch früher zu erreichen.“

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