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Devisen: Neues Eurohoch nur Zwischenstation bei Rekordjagd - Experten

Die Absicht Russlands, seine Devisenreserven an Euro zu erhöhen hat die Gemeinschaftswährung auf ein neues Rekordhoch getrieben. Der jüngste Höchststand ist nach Einschätzung von Devisenexperten nur eine Zwischenstation bei der ungebrochenen Rekordjagd.

dpa-afx FRANKFURT. Die Absicht Russlands, seine Devisenreserven an Euro zu erhöhen hat die Gemeinschaftswährung auf ein neues Rekordhoch getrieben. Der jüngste Höchststand ist nach Einschätzung von Devisenexperten nur eine Zwischenstation bei der ungebrochenen Rekordjagd. Am Dienstag kletterte der Kurs der Gemeinschaftswährung in der Spitze bis auf 1,3 093 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Einführung im Jahr 1999. Die alte Rekordmarke vom vergangenen Donnerstag bei 1,3 074 Dollar wurde damit deutlich übertroffen.

Russland will laut Aussagen des Finanzministeriums seine Devisenreserven in Dollar zu reduzieren und in Euro erhöhen. Dies hat nach Einschätzung von Carsten Fritsch von der Commerzbank den Euro weiter nach oben getrieben. "Es ist auch damit zu rechnen, dass China nachziehen wird. Der Dollar ist als Reservewährung auf dem absteigenden Ast."

Mit dem jüngsten Sprung ist nach Einschätzung der Experten der Weg für den Euro zu neuen Höchstmarken jenseits von 1,31 Dollar frei. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3 089 (Montag: 1,3 033) Dollar festgesetzt.

An der fundamentalen Einschätzung der Marktteilnehmer habe sich in den vergangenen Tagen nichts geändert, sagte Devisenexperte Rainer Sartoris von Hsbc Trinkaus & Burkhardt. Die immensen Ungleichgewichte in Haushalt und Leistungsbilanz der USA blieben der bestimmende Faktor.

Keine Anzeichen FÜR Ende DES Höhenfluges

Auch die WestLB sieht derzeit keine Anzeichen für ein Ende des Höhenfluges. Auf Sicht von sechs Monaten sei eine weitere Abwertung des Dollar auf 1,40 Dollar je Euro zu erwarten, sagte Sanjit Maitra, Research-Chef der WestLB am Dienstag. Die USA dürfte auch künftig nach dem bekannten Motto verfahren: "Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem." Dabei sei ein zwischenzeitliches Überschießen der Märkte nicht auszuschließen. In zwölf Monaten sieht der Experte die US-Währung mit 1,37 Dollar je Euro gleichwohl wieder etwas fester.

Sorgen für die Konjunktur der Eurozone sind nach Einschätzung der Postbank unterdessen unbegründet. Die gegenwärtige Stärke des Euro sei keine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie und für den Aufschwung im Euroraum. "Die dynamische Entwicklung der Weltkonjunktur stützt weiterhin vor allem auch die deutschen Exporte", sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel am Dienstag. Der schwache Dollar mildere zudem die negativen Auswirkungen des Ölpreisanstiegs in der Eurozone.

"Konjunkturprobleme im Euroraum sind erst bei einer weiteren starken Euro-Aufwertung in Richtung 1,40 Dollar zu erwarten." Eine derartige Entwicklung hält Bargel unterdessen für unwahrscheinlich. Die Volkswirte der Postbank erwarten für das kommende Jahr wieder einen etwas stärkeren Dollar.

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