Die 500-Dollar-Aktie
Einer gegen Apple

Alle Analysten raten zum Kauf der Apple-Aktie. Nur einer nicht. Edward Zabitsky meint, das kalifornische Unternehmen habe die beste Zeit hinter sich. Ist er ein Querulant oder hat er vielleicht stichhaltige Argumente?
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Apple ist das teuerste Unternehmen der USA, der Aktienkurs hat sich in drei Jahren versechsfacht und ein Knick in der Kurve ist noch nicht zu sehen. Das Urteil des Börsenanalysten Edward Zabitsky: Sofort verkaufen. Mit dieser Einschätzung steht er weit und breit alleine da. Ist er nur ein Querulant, oder bewahrt hier jemand im allgemeinen Apple-Fieber einen klaren Kopf?

Vergangene Woche stieg die Aktie zum ersten Mal über 500 Dollar. Wer Anfang 2009 beim Preis von 78 Dollar eingestiegen ist, könnte inzwischen ein gutes Stück reicher geworden sein – und das zu Zeiten von Immobilien- und Schuldenkrisen, Börsen-Crashs und Bankenbeben.

Der skeptische Analyst Zabitsky glaubt, dass die fette Zeit bald ein Ende hat: In zwölf Monaten sieht er das Papier bei nur noch 270 Dollar. Die restlichen bei Bloomberg gelisteten Analysten erwarten im Durchschnitt einen Kurs von 575 Dollar – ein gewaltiger Unterschied.

Generell ist Zabitsky eher ein Pessimist. Von den 15 Unternehmen, die er beobachtet, bewertet er zwölf mit „Verkaufen“. Doch dem Börsen-Star Apple dieses Urteil anzuhängen, ist unerhört. Auch seine Analysten-Kollegen können das Urteil nicht nachvollziehen: „Der Hype um Apple bringt der Aktie zwar einen gewissen Aufpreis“, sagt Markus Friebel, Analyst bei Independent Research. „Doch Tatsache ist auch, dass Apple die Erwartungen der Analysten in fast jedem Quartal übertroffen hat.“ Und damit meint er die Apple-Optimisten unter den Analysten.

Apple bewegt sich jenseits aller anderen börsengehandelten Unternehmen. Jonathan Golub, US-Aktienstratege bei der UBS, analysierte die Unternehmen des amerikanischen Index S&P 500 jüngst „ex-Apple“, da nur so die Entwicklung der anderen 499 realistisch dargestellt sei. Es ist erstaunlich, wenn ein einziges Unternehmen deutlich den Durchschnitt 500 amerikanischer Konzerne bei Gewinnwachstum, Margen und Aktienkurs verzerrt. Zum Beispiel haben die S&P-500-Unternehmen auf Jahressicht ihre Gewinne insgesamt um 6,6 Prozent gesteigert. Rechnet man Apple heraus, schaffen die restlichen 499 Unternehmen nur noch ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 2,8 Prozent.

Kommentare zu " Die 500-Dollar-Aktie: Einer gegen Apple"

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  • Apple wird nicht umhin kommen, eine Dividende auszuschütten, und zwar nicht zu gering. Danach geht die Aktie nochmals durch die Decke. Dies ist dann der optimale Zeitpunkt zum Verkauf (sell on good news).
    Könnte im August passieren, diese Ankündigung. Falls es jedoch gleichzeitig ein 2:1-Aktiensplit geben sollte, --- dribleiben.
    Gonzo

  • Ein prima Contra-Indikator: solange er nicht seine Meinung ändert, sollte man Apple halten. Aber wehe, er empfiehlt Apple mal zum Verkauf ... ;-)

  • Verschwörungstheorie:

    Da Apple auf intel umgerüstet hat werden Sie auch für die Seuchen der ibm-kompatiblen Welt anfällig! Wohl deshalb hat google bei CPU-Hersteller "cIAo" -> "Motor-roller" zugeschlagen.

    Solbald die ersten Cross-Platfrom MALware (Das mit der fehlenden Konkurrenz von vollsortimenter Microsoft zu Adobe ist auch so ein Thema) herauskommt welche alles was x86-kompatibel ist angreift war es das. Der Versuch über HAL-Layer Cross-Platform lauffähigkeit herzustellen wird dann gefährlich wobald die ersten DOT NET Schädlinge auftauchen.

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