Die Aktie der britischen Supermarktkette ist nach Ansicht von Analysten jedoch kein echtes Sonderangebot
Einzelhändler Tesco setzt auf Schnäppchen

Es ist fast wie Zauberei: Jeder zweite britische Harry-Potter-Fan hat den neuesten Band des kleinen Helden nicht in der Buchhandlung gekauft, sondern im Sonderangebot beim Lebensmittelriesen Tesco.

LONDON. Mit einem echten „Kampfpreis“ hatte der Konzern die Leseratten gelockt und so Millionen von neuen Kunden in die Läden geholt.

Nicht nur mit preiswerten Büchern, auch mit günstiger Kleidung macht die größte britische Supermarktkette seit einiger Zeit dem heimischen Fachhandel Konkurrenz. Mit Erfolg: Im dritten Quartal (Ende 15. November) konnte Tesco erneut seinen Umsatz in Großbritannien erhöhen - diesmal um 6,9 %, wie das börsennotierte Unternehmen in der vergangenen Woche mitteilte.

Damit übertraf Tesco erneut deutlich die Erwartungen der Analysten. Und der Aktienkurs, schon seit Monaten im Aufwind, stieg nach Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen um 4 % auf ein Jahreshoch von 254 Pence.

Ausgerechnet Tesco-Finanzdirektor Andrew Higgins versucht nun jedoch, die Begeisterung von Anlegern und Analysten zu dämpfen. Die sehr gute Entwicklung im vergangenen Quartal sei eine Ausnahmeerscheinung gewesen, lautet sein Credo. Die sommerliche Hitzewelle hatte die Lust der Konsumenten auf kalte Getränke und Grillwürstchen besonders stark angefacht. Zudem seien einige Konkurrenten nicht in Topform gewesen. Für die Zukunft erwartet Higgins, dass sich das Umsatzwachstum auf 3 % bis 4 % abschwächt.

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