Die Aktie des Puppenherstellers leidet unter den Gewinneinbrüchen im vergangenen Jahr - Erholung gilt als zweifelhaft
Analysten zweifeln an Zapf

Zum vergangenen Weihnachtsfest hatte der Puppenhersteller Zapf Creation für seine Aktionäre ein wenig passendes Geschenk parat. Mit drei Gewinnwarnungen schockte er seine Anteilseigner. Nun ist das Management bemüht, mit vorsichtig optimistischen Prognosen das verloren gegangene Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen: 2004 soll der operative Gewinn um 2,5 Prozent höher ausfallen als 2003. Von 2002 auf 2003 war er um 29 Prozent eingebrochen.

DÜSSELDORF. Auftrieb beim Umsatz erhofft sich Zapf vor allem von seiner Neuausgabe der Puppe „Baby Born“. Die neue Version ist seit Ende Juni auf dem Markt und übersteht im Gegensatz zum Vorgänger auch ein Bad in der Wanne oder im Schwimmbecken. Das neue Modell soll den Umsatz mit Baby Born, der im ersten Quartal 2004 um rund 46 Prozent schlechter lag als im Vorjahreszeitraum, wieder steigern. Für einen zusätzlichen Schub sollen dabei teure Zubehörteile wie Bademäntel und Schwimmflossen sorgen.

Baby Born gehört mit über zehn Millionen verkauften Exemplaren in elf Jahren zu den Rennern im Sortiment des europäischen Marktführers. 2003 allerdings hatte Zapf das Marktpotenzial seiner Puppen in den USA heillos überschätzt. Hier lagen die konservativ gestalteten und teuren Zapf-Babys wie Blei in den Regalen. Kinder und Eltern griffen lieber zu den Barbiepuppen von Mattel oder den Modepuppen des zuletzt sehr erfolgreichen US-Konkurrenten Bratz. Und auch der schwache Dollar trug dazu bei, dass Zapf seine Gewinnprognose nach unten setzen musste. Von Oktober bis Dezember brach der Kurs von über 35 auf heute knapp 18 Euro ein.

Obwohl Zapf sein US-Management inzwischen ausgetauscht hat, beurteilen Analysten die Zukunft des Unternehmens immer noch nicht als allzu rosig. Peter-Thilo Hasler von der Hypo-Vereinsbank stuft die Aktie als Underperformer ein.

Hasler warnt, dass Zapf auch auf dem heimischen Markt in Bedrängnis geraten könnte, da auch hier Barbie- und Bratz-Puppen immer beliebter werden. „Darüber hinaus muss Zapf hohe Rabatte gewähren, um im Preiskampf auf dem Spielzeugmarkt bestehen zu können“.

Roland Könen vom Bankhaus Lampe beurteilt diese Faktoren zwar ähnlich kritisch, hält das Unternehmen aber grundsätzlich für solide. Ende Juni änderte das Privatbankhaus seine Empfehlung von „Verkaufen“ auf „Halten“. Der niedrige Kurs bilde die Enttäuschungen der vergangenen Monate bereits ab. Allerdings könne man vor dem Weihnachtsgeschäft kaum einschätzen, ob das Unternehmen mit seiner optimistischen Jahresprognose Recht behalten wird. Erfahrungsgemäß erwirtschaftet Zapf nämlich zwei Drittel seines Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte.

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