Die kommende Börsenwoche
Experten erwarten Jahreshoch beim Dax

Die deutschen Aktien werden ihre Kursgewinne nach Einschätzung von Marktstrategen in der kommenden Woche zwar nur mit moderatem Tempo fortsetzen, dabei den Deutschen Aktienindex (Dax) aber auf ein neues Jahreshoch führen.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standard-Aktien würden in der kommenden Woche den Schwung aus dieser Woche mitnehmen und weiter steigen. „Ich rechne mit einem neuen Jahreshoch beim Dax“, prognostiziert Stratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Von Unternehmenszahlen seien wenige Impulse für den Aktienmarkt zu erwarten. Auch würden kaum wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht.

„Die wichtigen Unternehmenszahlen haben wir hinter uns, sagt Stefan Mitropoulos von der Bankgesellschaft Berlin. „Der Dax ist fast bei 3 500 Punkten, das heißt, dass die Runde gut gelaufen ist.“ Aus dem Dax stehen lediglich noch Zahlen von MLP und Henkel auf dem Veröffentlichungskalender.

Nach Ansicht von Schallenberger überraschten bisher vor allem die Deutsche Telekom und Eon mit positiven Zahlen. Die Aktien dieser Unternehmen dürften auch kommende Woche von der günstigen Stimmung nach den Zahlen profitieren und als Dax-Schwergewichte den Markt antreiben. Schallenberger erwartet, dass der Dax in der nächsten Woche ein neues Jahreshoch bei rund 3 600 Punkten erreichen könnte. Bis Freitagmittag wies der Dax mit knapp 3 450 Punkten ein Plus von 3,4 % zum Freitag der Vorwoche auf. Sein bisheriges Jahreshoch erzielte der Dax Ende Juli mit 3 487,86 Zählern.

Börse entscheidet über MLP-Verbleib im Dax

Eine ereignisreiche Woche sagen die Strategen MLP voraus. Das Unternehmen wird am Dienstag Geschäftszahlen für das zweite Vierteljahr 2003 vorlegen. Von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass das MLP-Geschäft leicht angezogen hat. Die Zahlen werden allerdings der Meinung der Experten zufolge nur im Hintergrund stehen. „Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse wird am Dienstag die Weichen dafür stellen, dass MLP aus dem Dax herausfällt“, gibt Schallenberger eine im Markt weit verbreitete Annahme wieder. Fondsmanager, die den Dax in ihren Portfolios nachbilden, müssten die Papiere dann verkaufen.

Ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen für die wohl fällige MLP-Nachfolge im Dax machen die Strategen zwischen T-Online und Continental aus. „Die Mehrzahl der Analysten geht davon aus, dass Continental die Nase vorn haben wird“, sagt Mitropoulos. Kaum Chancen auf eine eventuelle MLP-Nachfolge räumt er dem Nivea-Hersteller Beiersdorf ein. Dessen Aktien in den Dax aufzunehmen könne für die Deutsche Börse zu riskant sein, da über die künftige Anteilsstruktur noch Ungewissheit herrsche. Procter & Gamble oder Tchibo könnten der Allianz deren 44-prozentigen Anteil an Beiersdorf abkaufen und dann sogar den gesamten Konzern übernehmen.

Kaum Impulse von Konjunkturdaten erwartet

Nur geringe Impulse für die Finanzmärkte erwarten Analysten und Volkswirte von neuen Konjunkturdaten. Insbesondere einige Frühindikatoren aus den USA und der Konjunkturindikator des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) könnten allerdings weitere Anzeichen für die künftige Entwicklung der Konjunktur in Deutschland und Übersee geben. Volkswirtin Elisabeth Andreae von der Commerzbank rechnet mit dem achten Anstieg des ZEW-Indikators in Folge. Commerzbank-Volkswirt Patrick Franke geht davon aus, dass auch die US-Frühindikatoren weiterhin auf eine wirtschaftliche Expansion hindeuten werden. Insgesamt sei die konjunkturelle Dynamik in den USA größer als in der Euro-Zone. „In den USA ist der Aufschwung schon da.“ Für die Euro-Zone erwarten Analysten erst gegen Ende des zweiten Halbjahres 2003 eine Belebung.

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