Die nächste Insolvenz: Solar-Pleitewelle vernichtet Milliarden

Die nächste Insolvenz
Solar-Pleitewelle vernichtet Milliarden

exklusivDie Pleitewelle in der Solar-Branche geht weiter - und wieder verlieren die Anleger viel Geld. Mittlerweile haben die großen Solarkonzerne an der Börse mehr als 20 Milliarden Euro verloren.
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DüsseldorfSchon wieder eine Pleite einer Solarfirma: Der Solar-Anlagenbauer Centrotherm hat am Mittwoch den Antrag auf Insolvenz gestellt. "Wir sind nicht zahlungsunfähig", mühte sich eine Sprecherin um Schadensbegrenzung. Der Aktienkurs brach um 80 Prozent auf 0,42 Euro ein. Ein Analyst kommentierte: „Another solar bites the dust“; frei nach dem Musiktitel von Queen „Another one bites the dust“, zu deutsch: „Ein weiterer beißt ins Gras“.

Der Fall Centrotherm reiht sich ein in eine Serie von Pleiten der Branche. In den vergangenen Monaten sind reihenweise Solarkonzerne in Schwierigkeiten geraten, darunter auch der ehemalige Marktführer Q-Cells.

Nicht nur die Mitarbeiter sind Leidtragende der Pleitewelle. Die Krise der Branche trifft auch Tausende Anleger. Einst galten Solaraktien als große Hoffnungsträger der Börse. Der Solarenergie gehöre die Zukunft, hieß es. In den ersten Jahren legten die Kurse der Unternehmen kräftig zu. Den Höchststand erreichten die meisten Papiere Ende 2007. Ein Anteilsschein von Centrotherm kostete damals gut 67 Euro.

Auf ihrem Höhepunkt waren die großen deutschen Solarkonzerne – Solarworld, SMA Solar, Q-Cells, Conergy, Solon, Solar Millennium, Centrotherm, Phoenix Solar – nach Berechnungen von Handelsblatt Online mehr als 25 Milliarden Euro wert. Heute kommen alle zusammen nur noch auf einen Börsenwert von 1,12 Milliarden Euro.

Davon entfallen 863 Millionen Euro auf SMA Solar. Das Unternehmen aus Nordhessen ist das einzige, dessen Aktie nicht total abgestürzt ist. Die anderen haben seit dem Höchststand mehr als 97 Prozent verloren.

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Keine Chance gegen die Billig-Konkurrenz

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  • Wenn die Sonne untergeht
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    Und wieder meldet ein Unternehmen aus der Solar-Branche Insolvenz an. Sie sterben wie die Fliegen, weil ihr "Geschäftsmodell" auf Subventionen aufgebaut ist. Bleiben diese aus oder werden zurückgefahren, gehen sie pleite.

    Hierzu auch ein Bericht aus der SZ:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/insolvenz-von-evergreen-solar-wenn-die-sonne-untergeht-1.1131831

    "Schock für die Sonnenindustrie: Die Insolvenz des Herstellers Evergreen Solar hat die deutsche Branche alarmiert. An den Börsen stürzten die Aktien von Solarenergiefirmen ab. Wie anfällig ist die Branche wirklich?"

  • Der Beleg für ein chinesisches Dumping rfordert eine COO
    Betrachtung im Rahmen der gesamten Wertschöpfungskette.
    Dies erfordert das man sich monatelang mit dem doch sehr komplexen Thema beschäftigt und etwa ein bis zwei Aktenordner
    an Berechnungen durchführt. Es sprengt den Rahmen dieses Forums. Ein gutes Beispiel ist dEr letzte Quartalsbericht von LDKSolar. Man fertigt für 42$ pro kilo Silizium und verkauft für 20$. Wacker fertigt in Deutschland 20% günstiger und verliert Marktanteil. Ich bin seit 6 Jahren in dem Thema beruflich aktiv und bin gerne bereit jedem das zu zeigen .Die Komplexität erfordert allerdings viel Zeit, die sogenannte Experten sich nicht nehmen( Vegetarier
    im Fleischerladen )

  • Was ein auch hier angesprochenes Unternehmen anbetrifft, frage ich mich seit einiger Zeit, wie die ihr Spitzenpersonal aussuchen. Vom headhunter vorgestellt, aus dreien ausgewählt und nur kein Rückblick auf BELEGBARE Leistungen in der Vergangenheit. Kann schiefgehen.
    Grinsend und vom dreifach-putt Coba profitierend, Euer Siggi.

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