Die starke Nachfrage auf dem Computermarkt dürfte den Absatz des Chipherstellers steigern
Analysten erwarten Kursanstieg bei Intel

Wie schnell sich der Markt an Erfolgsmeldungen gewöhnen kann, erfährt zurzeit der weltgrößte Chiphersteller Intel. Anfang Dezember setzte das US-Unternehmen seine Prognose für das vierte Quartal auf 8,5 bis 8,7 Mrd. $ nach oben – und stürzte an der Börse ab, weil die Nachricht nicht noch positiver ausfiel.

ank HOUSTON. Denn bis dahin lagen die Erwartungen bei 8,1 bis 8,7 Mrd. $, und viele Marktteilnehmer hatten gehofft, dass Intel auch die obere Spanne der Erwartungen anheben werde. „Das war eine der unspannendsten Aufwärtskorrekturen der letzten Monate, weil der Markt diese Neuigkeit schon lange vor der Pressekonferenz erwartet hatte“, sagt Analyst Clark Westmont von Citigroup Smith Barney.

Intels Anleger verschreckte zudem eine außerplanmäßige Good-will-Abschreibung von 600 Mill. $. Die Wertberichtigung bezieht sich auf die Konzerntochter Wireless Communications and Computing Group, die Komponenten und Software für Mobilfunkhersteller entwickelt. Intel zufolge sind die langfristigen Wachstumsaussichten für dieses Geschäft nicht mehr so gut wie zuvor angenommen.

Die ungünstige Nachrichtenkombination sorgte dafür, dass Intels Aktienkurs binnen weniger Tage um rund 10 Prozent nachgab und jetzt wieder einige Dollar unterhalb des Jahreshöchststands von Anfang November notiert.

Dabei steht Intel zurzeit gut im Geschäft. Seit Jahresanfang hat die Aktie fast 120 % an Wert gewonnen und liegt damit an erster Stelle der Dow-Jones-notierten Titel. Analyst Ashok Kumar von US Bancorp Piper Jaffray nennt das Unternehmen „eine der am besten aufgestellten Firmen in der Technologie-Nahrungskette“. Viele Wertpapierexperten wie Clark Westmont sehen zudem noch Aufwärtspotenzial für den Halbleiterproduzenten. Dem Absatz von Intels Mikroprozessoren helfen das traditionell starke vierte Quartal, die gute Nachfrage auf dem Computermarkt und die wachsende Beliebtheit von tragbaren Computern. Denn im Vergleich zu den regulären Tischcomputern bringen die Laptops den PC-Herstellern und Zulieferern eine größere Gewinnspanne.

Analysten werten dies als ein Zeichen, dass sich Intels Investitionen in hochspezialisierte Mikrochip-Produktionsanlagen auszuzahlen beginnen. „Wir glauben, dass das Unternehmen neue Höhepunkte bei den Bruttogewinnen erreichen kann, die sogar die historischen Bestwerte übertreffen“, sagt John Lau von Banc of America Securities. „Intel profitiert zurzeit eindeutig von einem reichhaltigeren Mix an profitableren Produkten“, sagt Christopher Danely von JP Morgan. Von 34 Bewertungen, die der Finanzdienst Thomson First Call auflistet, empfehlen nur sieben das Halten und keine einzige den Verkauf der Titel. 27 Analysten raten dagegen zum Kauf der Intel-Titel, zehn davon sogar zum Starken Kauf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%