Diskussionen um den Börsengang der Postbank spitzen sich zu
Deutsche Post ist verärgert über Konsortialbanken

Die Deutsche Post hat aus Sicht der Investmentbanker nur noch eine Chance, den geplanten Börsengang der Tochter Postbank erfolgreich zu beenden: Sie muss einige wenige ausgewählte institutionelle Investoren davon überzeugen, große Orders bei den Konsortialbanken abzugeben. Die ursprünglich geplante, breite Platzierung der rund 82 Mill. Aktien sei nicht mehr möglich.

fs/po/rez/rob FRANKFURT/M. „Die Uhr bis zum Ende der Zeichnungsfrist am kommenden Freitag tickt“, betonte ein Konsortialbanker. Die Auftragsbücher hätten sich in den vergangenen Tagen nicht wesentlich gefüllt. Entscheidend seien nun die verbleibenden beiden Tage. „Die Gefahr, dass die größte deutsche Aktienemission seit drei Jahren in letzter Minute noch abgesagt wird, ist deutlich gestiegen“, hieß es bei einer anderen Bank.

Bislang plant die Post, am 21. Juni 49,9 Prozent der Aktien ihrer Finanztochter an die Börse zu bringen. Die Anleger können die Anteile in einer Preisspanne von 31,50 bis 36,50 Euro zeichnen. Die bis zu 3 Mrd. Euro schwere Platzierung der Postbank sollte den Weg für weitere Neuemissionen frei machen. Nach zwei Flautejahren gelang 2004 mit Wincor Nixdorf erst ein größerer Börsengang am deutschen Markt. Dagegen mussten bereits drei Kandidaten ihre Börsenpläne absagen.

Wie groß die Nervosität inzwischen geworden ist, zeigen Reaktionen aus Finanzkreisen. Es wird berichtet, dass die Post über die neuerlichen Indiskretionen der Konsortialinstitute verärgert ist. Die 19 Banken wurden den Informationen zufolge gemahnt, ihre Pflichten einzuhalten und für die Postbank-Aktie werben, aber nicht die Emission durch skeptische Äußerungen schlecht zu reden.

Im grauen Markt sank der Kurs gestern zeitweise erstmals unter die Marke von 31 Euro und notierte am späten Nachmittag bei 31,20 bis 31,60 Euro. In der Kursentwicklung spiegeln sich die Diskussionen der Fondsgesellschaften über einen angemessenen Preis wider. Eine Reduzierung des Volumens interessiert die meisten vom Handelsblatt befragten Vermögensverwalter hingegen nicht.

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