Dividenden
Aktionäre müssen sich mit weniger begnügen

Aktionäre müssen mit Dividendenkürzungen bei den Unternehmen im Euro-Raum rechnen. Vor allem Telekommunikationsanbieter und Versorger geizen. Anstatt auszuschütten, horten Vorstände in der Krise lieber Barmittel.
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FrankfurtIn diesem Jahr werden die Ausschüttungen der Unternehmen im Euro Stoxx 50 Index um 3,3 Prozent auf durchschnittlich 115,48 Euro je Aktie fallen. Das zeigt eine Bloomberg-Auswertung der Schätzungen von mehr als 500 Analysten. Damit geht die Dividendenrendite auf 4,3 Prozent zurück – während die liquiden Mittel auf den höchsten Stand seit 2008 geklettert sind.

Europäische Telekommunikationsanbieter werden 2013 laut Bloomberg-Schätzungen nur noch 6,6 Prozent ihres Aktienkurses an die Aktionäre zurückgeben, nach 8,5 Prozent 2011. Die niederländische KPN verzeichnete ihren stärksten Kursverlust seit elf Jahren, nachdem sie meldete, 2012 keine Schlussdividende zu zahlen und die Ausschüttung für dieses Jahr auf drei Euro-Cent je Aktie zu senken.

Auch Versorger wie die italienische Enel senken ihre Dividenden. Die Firmen im Stoxx Europe 600 Utilities Index werden laut Prognosen 2013 eine durchschnittliche Rendite von 6,3 Prozent bieten, nach 6,7 Prozent im letzten Jahr und 7,8 Prozent 2011.

Bereits jetzt seien Telekommunikationsunternehmen und Versorger, die sonst nachhaltige Dividendenrenditen geboten hätten, an der Börse massiv zurückgeblieben, sagt Robert Quinn von Standard & Poor's Capital IQ in London.

“Auch Dividenden von Banken, eine sprudelnde Quelle vor der Finanzkrise, sind fast völlig verschwunden”, so der Aktienstratege. Die Telekommunikationsunternehmen verzeichneten 2012 unter den 19 Branchen im Stoxx Europe 600 Index die schlechteste Entwicklung mit einem Minus von elf Prozent, zeigen Daten von Bloomberg.

Bisher sei es in Europa die überschüssige Liquidität gewesen, die Investoren anlockte, sagt John Bilton, Investmentstratege für Europa bei Merrill Lynch in London. Die Bestände an liquiden Mitteln bei den Unternehmen im Euro Stoxx 50 sind 2012 laut Bloomberg-Daten um 9,3 Prozent auf durchschnittlich 1834,44 Euro je Aktie angestiegen. Doch können es sich Unternehmen vielleicht schon bald nicht mehr leisten, viel davon auszuschütten.

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