Drei Viertel der Aktien kommen von Altaktionären
Interhyp will noch im September an die Börse

Der Online-Baufinanzierer Interhyp wendet zum Börsengang ähnlich wie im Frühjahr bereits das Solar-Unternehmen Conergy ein verkürztes Verfahren zur Preisfindung („accelerated bookbuilding“) an.

HB FRANKFURT/M. Nachdem das Unternehmen am Montag erste Eckdaten zum Börsengang bekannt gegeben hat, will das Management über das wichtigste Detail, den Preis, erst in dieser Woche auf einer internationalen Roadshow mit Investoren sprechen. Dort wollen die Vorstände und Gründer Robert Haselsteiner und Marcus Wolsdorf ausloten, wie viel die Großanleger bereit sind, für die Aktie zu bezahlen. Eine Preisspanne soll voraussichtlich am kommenden Montag präsentiert werden. Die Analysten der Deutschen Bank bewerten Interhyp mit einem Wert von rund 280 Mill. Euro.

Bei den Gesprächen mit Investoren dürfte es neben der Firmenstory vor allem um den sehr hohen Aktienanteil gehen, der aus den Beständen der Altaktionäre kommt. Rund drei Viertel der 2 727 350 Aktien (inklusive Mehrzuteilungsoption) stammt von dieser Gruppe. Die beiden Beteiligungsgesellschaften Earlybird und 3i, denen bisher 28 Prozent beziehungsweise 17,7 Prozent an Interhyp gehören, wollen bei mindestens der Hälfte ihrer Aktien Kasse machen. Von Haselsteiner und Wolsdorf, die 48,2 Prozent der Anteile halten, soll ein Viertel kommen.

Lediglich der Erlös aus der Ausgabe von 700 000 neuen Aktien fließt Interhyp zur Finanzierung der weiteren Expansion zu. Damit will Interhyp seine Position von aktuell 1,5 Prozent am Gesamtmarkt weiter ausbauen. Die Chancen dafür sind nach Ansicht der beiden Analysten Joerdis Harkanyi und Lars Slomka vom Konsortialführer Deutsche Bank gut. Während der Gesamtmarkt für Baufinanzierungen nach Erhebungen der Deutschen Bundesbank im vergangenen Jahr gegenüber 2003 um 11,6 Prozent zurückging, legte Interhyp hier um mehr als 50 Prozent zu.

Gründe dafür gibt es mehrere: Zum einen bieten Online-Finanzierer meist günstigere Konditionen als die Filialbanken. Des weiteren profitiert Interhyp von Empfehlungen. Rund 14 Prozent der Neukunden gewinnt der Finanzierer über diesen „Vertriebsweg“. Hauptgrund ist aber, dass die Münchener mehr Beratung als viele Wettbewerber bieten. Diese haben noch immer den Ruf, bei Finanzierungen außerhalb standardisierter Lösungen schnell an ihre Grenzen zu stoßen.

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