Dresdner bleibt Sorgenkind des Konzerns
Allianz-Deal begeistert Analysten

Nach dem Verkauf von Beiersdorf verfügt der größte deutsche Versicherer über erheblichen finanziellen Spielraum.

MÜNCHEN. Die Analysten sind zufrieden: Der Verkauf der BeiersdorfBeteiligung spült der Allianz 4,4 Mrd. Euro in die Kasse. „Ein Super-Deal, extrem positiv“, sagt Versicherungsanalyst Marc Thiele von der Commerzbank. Der größte deutsche Versicherer habe jetzt großen finanziellen Spielraum gewonnen. Der Konzern sei damit in der Lage, Kosten oder Rückstellungen für die weitere Sanierung der Dresdner Bank noch in der Bilanz 2003 unterzubringen, die sonst wohl eher erst 2004 verbucht worden wären.

„Die Dresdner wird danach keine Belastung mehr sein“, sagt auch Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin. Und „auch mit der Verwertung anderer kleinerer Beteiligungen kann sich die Allianz jetzt mehr Zeit lassen“, nennt Konrad Becker von Merck Finck einen weiteren Vorteil. Hinzu kommt: „Aus Rating-Gesichtspunkten verschafft sich die Allianz etwas Luft“, stellt Lucio Di Geronimo von der Hypo-Vereinsbank fest.

Das alles stärke dem neuen Vorstandschef Michael Diekmann erheblich den Rücken. Das Geschäftsjahr 2004 wäre dann frei von den Sanierungslasten der defizitären Dresdner Bank. Der Neue könne im ersten Jahr, das er allein zu verantworten hat, eine klare Bilanz vorlegen, die nicht durch Sondereffekte verzerrt wäre. Diekmann scheint mit seiner Strategie gut voranzukommen. Zur Verbesserung der Kapitalbasis sammelte er mit der Kapitalerhöhung im Frühjahr und dem Beiersdorf-Deal insgesamt 8,8 Mrd. Euro Liquidität ein. Das Beteiligungsportfolio hat Diekmann durch den Verkauf des größten Anteils weiter verschlankt und auch im operativen Versicherungsgeschäft gibt es Fortschritte.

Die Analysten schätzen den Buchgewinn aus dem Verkauf von Beiersdorf auf 2,9 Mrd. Euro. Rund 2,2 Mrd. Euro dürfte die Allianz davon schon im vierten Quartal vereinnahmen. Die zusätzlichen Risiken von 150 Mill. Euro für die steuerlichen Veränderungen bei der Kapitalanlage von Lebensversicherern dürften mit dem Gewinn aus dem Beiersdorf-Deal zu verschmerzen sein. „Ein Teil der Erlöse wird zur Verbesserung der Bilanzstruktur verwendet, indem Schulden zurückgezahlt werden“, erwartet Analyst Plenk, der die Allianz-Aktie nach dem Deal von „halten“ auf „akkumulieren“ hochstufte. Ralf Dibbern von M.M. Warburg schätzt den Netto-Erlös aus Beiersdorf auf 2,6 Mrd. Euro und rechnet damit, „dass dieser Betrag voll aufs Ergebnis durchschlägt“. Allein der Zeitpunkt des Ergebniseffektes sei noch unklar, da der Kaufvertrag in mehreren Schritten erfolgt.

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