Dringend notwendiges Luftholen
Analysten: "Unspektakuläre Konsolidierung"

Nach dem deutlichen Anstieg des Dax in den vergangenen Wochen rechnen technische Analysten nun mit der Fortsetzung der bereits stattfindenden Korrekturbewegung. Im Anschluss an den schnellen und steilen Anstieg sei das Luftholen „dringend notwendig und sehr gesund“, sagt Heinz Stork, technischer Analyst der Nols AG.

vwd FRANKFURT. Nicht zuletzt verweist Stork auf den Dow-Jones-Index, der den längerfristigen Aufwärtstrend nach unten durchbrochen hat. Da sich der deutsche Aktienmarkt nicht von Wall Street abkoppeln könne, sei jetzt erst recht mit einer Kurskorrektur im Dax zu rechnen.

Stork betont jedoch, dass die Aufwärtsbewegung nach wie vor intakt sei. Dennoch seien zunächst Verluste bis 3 068 Punkte zu erwarten. Vorher werde der Leitindex eventuell beim Januar-Hoch bei 3 175 Zählern abgefedert. Doch vermutlich werde diese Marke nicht halten. Sollte auch die Unterstützung bei 3.068 Stellen durchbrochen werden, gebe es Abwärtspotenzial bis 2 800 Punkte. Doch dann sollte die Korrektur ihren Boden gefunden haben.

Auch Achim Matzke, technischer Analyst bei Commerbank Securities, erwartet für die nächste Zeit ein Weiterlaufen der aktuellen Konsolidierung. Der Markt sei kurzfristig überkauft. Der Anstieg von 50 Prozent innerhalb weniger Monate sei viel zu schnell und zu heftig gewesen, so etwas dauere normalerweise Jahre, gibt Matzke zu bedenken. Der seit März bestehende Aufwärtstrend sei viel zu aggressiv, um ohne Korrektur weiterlaufen zu können. Er sieht den Dax bis auf 3 100 oder sogar 3 000 Punkte fallen. Wie lange diese Verschnaufpause dauern wird, sei schwer zu sagen. „Das kann sich einige Zeit hinziehen.“

Die Indikatoren senden jedenfalls überwiegend Verkaufssignale. Der Stochastik-Oszillator habe im überkauften Bereich gedreht und zeige noch immmer ein gültiges Signal zum Verkauf, konstatiert Stephen Schneider, Charttechniker der WGZ-Bank. Der Analyst diagnostiziert eine a-b-c-Korrektur, bei der noch die c-Welle anstehe und zu Kursen bis 3.050 Punkten führen dürfte. Auch ein Niveau von 2.900 Zählern sei möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Der mittelfristige Aufwärtstrend sei aber weiter intakt mit einem Ziel von 4 000 Punkten.

„Draußen sein ist nicht verkehrt“, lautet die Devise von Marcel Mußler, charttechnischer Experte der Mußler-Briefe. Nach dem Fall des US-Index unter 9 000 Punkte komme der Dax um eine Korrektur nicht herum. Es sei eine „unspektakuläre Konsolidierungszeit“ am deutschen Aktienmarkt. Mußler erwartet nun „eine Auseinandersetzung mit der Marke bei 3 068 Punkten“.

Trotz der zu erwartenden sinkenden Kurse gibt es noch ein paar Top-Picks für die Analysten. Heinz Stork von Nols favorisiert BMW und VW. Die Titel tendierten aktuell seitwärts, hätten aber am Montag bereits einen Ausbruchsversuch nach oben gestartet. Zwar sei dieser noch nicht wirklich gelungen, dennoch sei mittelfristig mit steigenden Kursen zu rechnen. Das nächste Kursziel für BMW sieht Stork bei 35,00 Euro gefolgt von 38,20 Euro. VW sieht er demnächst bei 40,00 Euro und danach bei 42,40 Euro. Von Daimler-Chrysler rät er aus charttechnischer Sicht ab.

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