Drohende Herabstufung
Anleger verscherbeln Bankaktien

Der europäische Bankenindex erholt sich wieder. Störfeuer kamen von einer Ratingagentur und von Goldman Sachs. Analysten sprechen jedoch von „anhaltender Unsicherheit“.
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FrankfurtEine Kurzstudie von Goldman Sachs und ein Kommentar von Fitch haben die europäischen Banken zwischenzeitlich auf Talfahrt geschickt. Der europäische Branchenindex gab zeitweise um 2,4 Prozent nach. Am Nachmittag kletterte er jedoch wieder auf +0,4 Prozent. Die Aktien der Commerzbank rutschten um 2,3 Prozent. Die Deutsche Bank verlor zwischenzeitlich 1,5 Prozent, erholte sich später jedoch wieder auf +0,5 Prozent. In Paris fiel BNP Paribas um 2,4 Prozent. Societe Generale und Credit Agricole sanken zunächst um gut vier Prozent ab, erholten sich später aber auf -1,7 und -0,5 Prozent.

Die Analysten von Goldman Sachs äußerten sich in einer Studie negativ zu mehreren Banken. Unter anderem stuften sie die Commerzbank herunter auf „Neutral“ von „Buy“, das Kursziel für die Deutsche Bank senkten sie auf 39 von 50 Euro. Die Lage am Markt in diesem Jahr sei schwierig, schrieben die Analysten. Das zeige unter anderem das gekappte Gewinnziel der Deutschen Bank und die am Vortag vorgelegten Zahlen der US-Bank JP Morgan. Favorit der Goldman-Analysten ist die Schweizer Bank UBS.

Störfeuer kam auch von Fitch. Auf der Beobachtungsliste der Ratingagentur mit negativem Vorzeichen stehen die Deutsche Bank, Bank of America , Morgan Stanley und Goldman Sachs. In Europa werden den Angaben zufolge Ratings von Barclays Bank , BNP Paribas, Credit Suisse und Societe Generale auf eine Abwertung geprüft. Bei UBS senkte Fitch das langfristige Emittenten-Rating auf „A“ von „A+“.

Händler werteten es als „klar negativ“, dass die Ratingagentur Fitch diversen Großbanken mit der Abstufung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht hatte. Das Geschäftsmodell dieser Institute dürfte in Teilen sensibel auf die zunehmenden Herausforderungen reagieren, denen sich die Finanzmärkte gegenübersähen, hatte es von Seiten der Agentur zur Begründung geheißen.

Analyst Daragh Quinn vom japanischen Analysehaus Nomura betonte in einer Studie, dass die Situation der Banken in der Eurozone derzeit von einer „anhaltenden Unsicherheit“ geprägt sei.

Derweil betonte Cameron Peacock von IG Markets, dass die Anleger nun endlich eine Lösung in der europäischen Schuldenkrise erwarteten. Es werde genau darauf geschaut, was nun in Sachen Rekapitalisierung der Banken unternommen werde. „Die Zeit für Gespräche ist vorbei“, sagte er. Nun müsse gehandelt werden.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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