Druck der Investoren
Air Berlin senkt Preisspanne für Börsengang

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ist beim Landeanflug an die Börse ins Trudeln geraten. Air Berlin senkt nach der Verschiebung des Börsengangs nun auch den Preis der Aktien. Zugleich werden den Anlegern weniger Aktien angeboten, der erwartete Emissionserlös verringert sich ebenfalls.

HB FRANKFURT. Der Billigflieger teilte am Freitag mit, die Preisspanne für die Aktien sei auf 11,50 bis 14,50 Euro verringert worden. Ursprünglich hatte Air Berlin die Anteilsscheine zum Preis zwischen 15 und 17,50 Euro angeboten, was Händlern zufolge von vielen Investoren aber als zu hoch bezeichnet worden war. Auch die Zahl der angebotenen Anteilsscheine wurde gesenkt. Ursprünglich hatte Air Berlin bis zu 49,8 Millionen Aktien platzieren wollen. Angeboten werden nun bis zu 42,5 Millionen Anteilsscheine einschließlich Mehrzuteilungsoption.

Das Unternehmen hatte am Donnerstag seinen für den heutigen Freitag geplanten Börsengang verschoben. Die Aktie soll nun voraussichtlich am 11. Mai erstmals an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Die Zeichnungsfrist soll am 10. Mai enden. Den erwarteten Bruttoerlös bezifferte Air Berlin nun auf 225 Mill. bis 284 Mill. Euro. Ursprünglich hatte das Unternehmen auf etwa 350 Mill. Euro gehofft.

Mit dem Emissionserlös will die Airline weiteres Wachstum finanzieren. Aber auch die Bezahlung bereits verbindlich bestellter Flugzeuge soll früheren Angaben zufolge damit bestritten werden. Ein Teil des Erlöses soll an die Altaktionäre fließen. Die Kosten für den Börsengang nennt Air Berlin nun mit 40 Mill. Euro.

Die Fluggesellschaft setzt nach der Änderung ihrer Börsenpläne auf einen reibungslosen weiteren Weg an den Kapitalmarkt. „Wir erwarten, dass das nun glatt über die Bühne geht“, sagte ein Sprecher am Freitag. Die Senkung der Preisspanne stehe in Zusammenhang mit dem „angespannten Marktumfeld“. So sei der Ölpreis seit der Ankündigung des Börsengangs stark gestiegen. „Das hat nichts mit der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu tun.“ Trotz geringerer Erlöse sei die geplante Flugzeugfinanzierung gesichert.

Nur geringe Reaktionen waren am grauen Kapitalmarkt auf die Ankündigung von Air Berlin zu spüren, die Preisspanne zu senken. "Die Anleger springen nicht begeistert drauf, aber auch nicht in Panik von der Aktie weg", kommentiert ein Händler. Er bewerte die kräftige Senkung eher negativ, er selbst habe mit einer neuen Preisspanne von rund 13,00 zu 15 Euro gerechnet. "Dass die Senkung so stark ausfällt, zeigt die Panik des Unternehmens und der Banken", fügt er hinzu. Enttäuschend sei aus seiner Sicht auch die Verteilung: Wie zuvor stammten weniger als 50 Prozent der Aktien aus der Kapitalerhöhung, der Rest komme von den Altaktionären. Marktteilnehmer rechnen nun mit einer Zuteilung ungefähr im Mittelfeld der neuen Spanne bei rund 12,50 Euro.

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