Dublin schlägt fast alles
Das geheimnisvolle irische Börsenwunder

Der irische Aktienmarkt lässt die Börsen in Italien, Griechenland oder Italien weit hinter sich. Einige Titel aus dem ehemaligen Krisenland legten seit der Krise um fast 900 Prozent zu. Was hinter der Megahausse steckt.
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Aus Sicht der Anleger zeichnet sich bei den europäischen Schuldenstaaten ein Sieger ab. Irlands Aktienmarkt klettert dreimal schneller als die Börsenkurse in Spanien, Italien, Griechenland und Portugal. Darin spiegelt sich die Erwartung wider, dass die Irland als erstes der genannten Länder das Kapitel Rettungspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds hinter sich lassen wird.

Der irische ISEQ-Index hat sich seit einem 13-Jahre-Tief im März 2009 mehr als verdoppelt. Die Gewinnchancen waren Märchenhaft, die größten Kursgewinne schaffte etwa Smurfit Kappa mit einem Plus von 889 Prozent. Für die Unternehmen im Benchmark-Index werden die höchsten Gewinne seit 2008 prognostiziert.

Zum Vergleich: der italienische FTSE MIB Index legte in dem Zeitraum 29 Prozent zu, der spanische IBEX 35 stieg um 19 Prozent und für Portugals PSI 20 ging es 2,1 Prozent nach oben. Die griechischen Aktien verloren 39 Prozent.

Andy Lynch von Schroder in Dublin geht davon aus, dass sich die Entwicklung der irischen Aktien noch weiter von den Börsen in den schwächsten Volkswirtschaften in der Euro-Peripherie absetzen wird, da Irland Schritte unternehme, um sein Haushaltsdefizit zu verringern.

Der ISEQ hat erst ein Viertel der Verluste von 80 Prozent, die im Februar 2007 begannen, wettgemacht. Damals stand ein Zusammenbruch des irischen Bankensystems kurz bevor. In diesem Jahr ist der ISEQ um 15 Prozent gestiegen auf 3907 Zähler.

“Wir müssen Irland zugutehalten, dass sich die Regierung tatsächlich an das Reformprogramm gehalten hat und ein Ausmaß an schmerzhaften sozialen Anpassungen vorgenommen hat, dem nur wenige Länder in Europa nahe gekommen sind”, sagte Portfoliomanager Lynch. “Es gibt einen großen Stimmungsumschwung. 2012 war wahrscheinlich das Jahr, in dem Irland die Kehrtwende geschafft hat.”

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  • PAPPERLAPAPP – GRIECHENLAND IST PLEITE!

    Der deutsche Bürger darf sich zumindest darauf freuen, daß mit dem Einzug der ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND in den Bundestag erhellende Debattenbeiträge zur Gesamtverschuldung in Deutschland weiten Raum einnehmen werden. Dabei ist es unwichtig, ob eine Frau Merkel oder ein Herr Schäuble die Zusammenhänge verstehen oder nicht. Geschweige des Zusammenhangs der Gesamtverschuldung der EU und der diese Schulden tragenden Staaten. Und es darf einfach nicht übersehen werden: Zahlungsziele hin oder her, es ist die Bevölkerung Irlands, die durch diese Brandstifter vor dem Herrn das nächste Staatsdesaster in Irland anrichten.

    WHAT GOES UP – MUST COME DOWN!

  • Na wenn´s Irland so gut geht, dann können die ja ihr Steuerschlupfloch "double Irish with a Dutch sandwich" aufgeben. Zur Gegenfinanzierung kann die Körperschaftsteuer auf 20% erhöht und eine Vermögensabgabe eingeführt werden. Dann sinkt die Belastung für "die einfachen Leute" in Irland, die bisher den Großteil der Sparmaßnahmen ausbaden mussten.

  • Naja, Berning, dann bist du wohl auch für eine Neuverschuldung unabsehbarer Höhe, denn der Euro war schon teuer. Nun zurück und das gleiche Geld nochmal wegwerfen?
    0815-Bürger gibt es nicht, nur mitdenkende, ignorierende und dumme ;)

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