Düngemittelhersteller profitiert vom hohen Wachstum der internationalen Agrarmärkte
Analysten schätzen die Aktie von K+S

Nur wenige Wertpapiere deutscher Industriegesellschaften zeigen über die vergangenen Jahre hinweg eine solch beeindruckende Kursentwicklung wie die Aktie von K+S. Der Aktienkurs des Kasseler Düngemittelunternehmens hat sich seit Ende des Jahres 2003 bis heute mehr als verdreifacht. Nach Meinung der meisten Analysten hat die Aktie ihr Kurspotenzial noch längst nicht ausgereizt.

HB FRANKFURT/M. Weder die Unternehmensleitung noch die Analysten der Banken sehen in der jüngsten Abschwächung des Aktienkurses den Beginn einer nachhaltigen Trendwende. Die Argumente der Experten sind auf den ersten Blick einleuchtend. Rohstoffaktien, so sagen sie, dürften wegen der weltweit angespannten Versorgungslage weiterhin im Blickfeld der Anleger stehen. Darüber hinaus sei das fundamentale Umfeld für Rohstoffe – wie auch für Produkte der Agrarwirtschaft – positiv. Davon profitierten wiederum die Hersteller von Düngemitteln.

„Die weltweite Nahrungsmittelproduktion muss bei nur begrenzt verfügbarer landwirtschaftlicher Nutzfläche weiter erhöht werden“, sagt K+S-Vorstandschef Ralf Bethke in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Das globale Marktumfeld biete daher Chancen für den Hersteller von Düngemitteln, Salzen und Produkten zur Pflanzenpflege. Um den Hunger in der Welt zu stillen, müsse eine zunehmende Düngung der Anbauflächen mit den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphat und Kali erfolgen. „Mittelfristig rechnen wir sowohl mit einer Steigerung des globalen Düngemittelverbrauchs von bis zu 2,5 Prozent als auch mit der Fortsetzung des positiven Preistrends,“, sagt Bethke.

Analysten verweisen darauf, dass sich der zweitgrößte europäische Düngemittelhersteller nach der norwegischen Yara (ausgegliedert aus Norsk Hydro) in einem globalen Wachstumsmarkt bewegt. Hintergrund: Die steigende Weltbevölkerung und die voraussichtlich sprunghaft anziehende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln in China führt zwangsläufig zu einem vermehrten Einsatz von Düngemitteln. In diesem Umfeld rechnet Andreas Heinze, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank (HVB), für das Jahr 2005 mit einem K+S-Umsatz von 2,76 (nach 2,58) Mrd. Euro und einem Jahresüberschuss von 153,5 (nach 140,5) Mill. Euro.

„Die auch für das Jahr 2006 absehbaren weiteren Ertragssteigerungen auf rund 200 Mill. Euro werden auf den drei Säulen höhere Preise, steigende Absatzmengen und bessere Absicherung des Dollarrisikos ruhen“, sagt der Analyst. Er sei optimistisch, die Prognosen der meisten Wertpapier-Analysten übertreffen zu können, sagte Bethke. In diesem Zusammenhang wies der K+S-Chef auch auf die Erfolge beim Kostenabbau hin, die in den vergangenen Monaten erreicht worden seien.

Man wolle den eigenen Anteil am Weltkalimarkt von derzeit 12,6 Prozent zumindest behaupten, sagte Bethke, der zugleich eine Wachstumsstrategie durch Akquisitionen und Kooperationen ankündigte. Zu der Auffassung von HVB-Analyst Heine, wonach es in Russland interessante Kali-Bergbaugesellschaften als Übernahmekandidaten gibt, wollte Bethke keine Stellung nehmen. Heine hatte erklärt, für K+S komme eine Zusammenarbeit mit einem der beiden russischen Anbieter Uralkali oder Sylvinit in Frage. Russland sei ein interessanter Markt unter vielen, kommentierte Bethke diese Spekulationen.

Die Gewinnaussichten von K+S beurteilen die Analysten ebenfalls positiv. Für 2005 rechnen sie im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 3,48 Euro, was einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 15,5 entspricht. Die Ertragsprognosen für 2006 liegen im Durchschnitt bei 3,85 Euro je Aktie.

Von den 17 Bank-Analysten, die die K+S-Aktie beobachten, empfehlen zwölf Fachleute die Aktie zum Kauf. Die übrigen fünf Analysten geben das Anlageurteil „halten“ für die Aktie an. Die Kursziele der Experten liegen im Durchschnitt bei rund 62,70 Euro. Einige Analysten haben ihre Kurserwartungen vor kurzem heraufgesetzt, nachdem K+S den Rückkauf eigener Aktien im Wert von 70 Mill. Euro über die Börse sowie die Ausgliederung der Pensionsrückstellungen in Höhe von rund 50 Mill. Euro angekündigt hatte. Aktienrückkauf und Ausgliederung der Pensionsrückstellungen optimieren die Kapitalstruktur der Gruppe, ohne den Handlungsrahmen für die geplanten Akquisitions- und Kooperationsziele einzuschränken. Bei der DZ Bank und Dresdner Kleinwort Wasserstein wird das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten jetzt mit 66 Euro angegeben.

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