Duft- und Aromenhersteller
Milliardenschwere Übernahme stößt Symrise-Anlegern auf

Der Duft- und Aromenhersteller Symrise hat den französischen Rivalen Diana übernommen, womit er auf große Skepsis an der Börse stößt. Doch trotz des sehr teuren Kaufs können Experten der Summe Positives abgewinnen.
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DüsseldorfDer Duft- und Aromenhersteller Symrise ist mit seiner geplanten milliardenschweren Übernahme des französischen Rivalen Diana bei Börsianern auf Skepsis gestoßen. Die Papiere zählten am Montag mit einem Abschlag von rund drei Prozent zu den schwächsten Werten im MDax. Das Angebot sei absehbar gewesen und der Preis recht hoch, sagte ein Händler. Doch Experten können dem Zukauf trotz der Kaufsumme Positives abgewinnen. Obwohl sie „nicht gerade billig“ sei, mache die Akquisition „strategisch Sinn“, erklärte Berenberg-Analystin Evgenia Molotova. Ähnlich sieht das DZ-Bank-Analyst Thomas Maul. Diana habe eine starke Markstellung, wachse überdurchschnittlich und verspreche gute Margen. Deshalb sei die im Vergleich zur Konkurrenz etwas höhere Bewertung gerechtfertigt.

Symrise hatte das Vorhaben am Wochenende angekündigt. Für die Niedersachsen wäre es die bisher größte Übernahme. Rund 1,3 Milliarden Euro soll sie kosten und die Marktstellung erheblich ausweiten. Bis 2020 erwartet Symrise mit dem Zukauf ein Umsatzplus von jährlich fünf bis sieben Prozent, wie aus einer am Montag veröffentlichten Präsentation hervorgeht. Mit einer operativen Marge von rund 21 Prozent unterstütze Diana zudem das angepeilte Renditeziel von 19 bis 22 Prozent.

Symrise - die Nummer Vier unter den Duft- und Geschmackstoff-Herstellern nach dem Schweizer Branchenprimus Givaudan sowie den Konzernen Firmenich und International Flavors & Fragrances - kommt aktuell auf einen Marktanteil von elf Prozent. Zusammen mit Diana, das 2013 mit etwa 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 425 Millionen Euro erzielte, würde sich der Erlös der Niedersachsen Pro-forma auf 2,3 Milliarden Euro erhöhen. Mit Heimtiernahrung käme zudem ein neues Geschäftfeld hinzu. Einen positiven Effekt auf den Gewinn je Aktie erhofft sich Symrise ab 2015. Die Integrationskosten schätzt das Unternehmen auf 15 bis 20 Millionen Euro. Mit dem Abschluss der Transaktion werde im dritten Quartal gerechnet.

Diana ist in 23 Ländern in Europa, Nord- und Lateinamerika sowie Asien vertreten, und erzielt mehr als die Hälfte der Erlöse außerhalb Europas. Verkäufer ist die Investmentgesellschaft Ardian.

Symrise-Chef Heinz-Jürgen Bertram hatte den Markt bereits vor einigen Wochen auf mögliche Zukäufe vorbereitet. In mit der Situation vertrauten Kreisen war Diana damals bereits als ein mögliches Übernahmeziel genannt worden. Symrise habe die nötige Finanzkraft für Zukäufe, hatte Finanzchef Bernd Hirsch versucht, Bedenken auszuräumen.

Symrise sicherte sich nach eigenen Angaben eine Brückenfinanzierung. Vorübergehend werde die Verschuldung mit dem Kauf auf etwa das Dreifache ansteigen, aber in den nächsten zwei Jahren deutlich sinken, erläuterte Symrise in der Präsentation. Im vergangenen Jahr stieg der operative Gewinn (Ebitda) um zehn Prozent auf 373 Millionen Euro, die Nettoverschuldung lag Ende 2013 bei 744,8 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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