E10-Chaos
Biosprit-Aktien auf Achterbahnfahrt

Das Chaos um die neue Biospritsorte E10 hat die Börse erreicht. Die Aktien der Hersteller spielen verrückt. Erst geht es kräftig runter, dann wieder hoch. Mancher nutzt das, um ein Schnäppchen zu machen.
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Frankfurt.Die Einführung der Biospritsorte E10 sorgt für Chaos. Die Autofahrer zeigen wenig Begeisterung für den Kraftstoff. Auch der Verband der Mineralölwirtschaft schießt quer. Gestern sorgten Meldungen für Aufregung, die Industrie wolle die Auslieferung von E10 komplett einstellen.

Die neue Spritsorte enthält bis zu zehn Prozent sogenannten Bioethanols. Da aber eines von zehn Autos die Sorte nicht verträgt, wird E10 kaum getankt. Die Lager mit E10 sind übervoll, während der übrige Super-Kraftstoff knapp wird.

Mitten drin sind die Hersteller des Bioethanols: Verbio und Cropenergies. Sie erleben eine Achterbahnfahrt an der Börse. Gestern brachen die Aktien der beiden Unternehmen gestern. Cropenergies fiel innerhalb kurzer Zeit um 20 Prozent bis auf 5,12 Euro. Die Papiere von Verbio gaben mehr als zehn Prozent auf 3,50 Euro nach. Ein Händler mutmaßte: "Wenn die Hersteller ihr einziges Geschäftsfeld verlieren sollten, haben sie natürlich ein Problem."

Inzwischen sieht die Lage aber schon wieder anders aus. Der Mineralölverband erklärte, es gebe keinen Rückzug von der E10-Einführung. Der Vertrieb laufe weiter, lediglich die Raffineriekapazitäten für die Sorte mit dem höheren Bio-Ethanol-Anteil würden an die Nachfrage angepasst.

Auch diesmal ließ die Reaktion der Börse nicht lange auf sich warten. Am Freitag zählten die Aktien der Biosprit-Firmen zu den größten Gewinnern: Verbio gewann rund sieben Prozent, Cropenergies mehr als zehn Prozent.

Damit sind die Verluste vom Vortag zwar noch nicht ausgeglichen. Doch wer gestern günstig gekauft hat, darf sich schon einen Tag später über satte Kursgewinne freuen. So wie Joachim Lutz, der Finanzvorstand von Cropenergies. Er setzte ein Zeichen und deckte sich mit Aktien der eigenen Firma ein. Nach einer Pflichtmitteilung von Cropenergies kaufte der Finanzvorstand am Donnerstag 1 825 Aktien zum Kurs von 5,20 Euro - also fast zum Tiefstpreis.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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