Echte Probleme bereitet Siemens nur die Anlagen-Sparte Dematic
Analysten sehen Siemens im Aufwind

Die anziehende Weltkonjunktur beschert dem Elektrokonzern gute Zahlen, aber die Dollarschwäche ist ein Belastungsfaktor.

DÜSSELDORF. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2003/2004 hat die Siemens AG die Erwartungen der Branchenexperten übertroffen. Vor allem der Gewinn legte kräftig zu und soll im laufenden Jahr weiter steigen. Von 13 Sparten machte nur eine Verlust. Das sehen die Märkte gerne – die Aktie stieg so hoch wie seit Anfang 2002 nicht mehr.

Noch vor fünf Jahren galt Siemens als „Bank mit angehängtem Elektrohandel“. Die Finanzerträge liefen gut, das operative Geschäft dagegen stolperte vor sich hin. Heute bringt das operative Geschäft in den Sparten Medizintechnik, Stromerzeugung und Automatisierung richtig Geld, und auch die Telefonnetze laufen besser. Deshalb gehen die Meinungen der Analysten meist nur darin auseinander, ob die Aktie ihren Stand hält, oder ob sie noch bis zu zwanzig Prozent steigt. Einzig die Dollarschwäche könnte das Ergebnis ernsthaft belasten.

Für Vidar Kalvoy von der DZ Bank steht trotz der Währungsgefahren außer Frage, dass in diesem Jahr erneut höhere Gewinne zu erwarten sind: „Selbst in den schlechten Jahren 2002 und 2003 konnte Siemens die Produktivität aus eigener Kraft verbessern“, sagt der Analyst. Die meisten Sparten folgten den Wirtschaftszyklen zudem nur langsam. Eine Erholung im Jahr 2004 wird demnach einige Jahre nachwirken. In den meisten Sparten verfolge Siemens die richtige Strategie, lobt Kalvoy. In der Kraftwerkstechnik beispielsweise setze das Unternehmen auf Service und Wartungsarbeiten, wo Margen von bis zu 20 Prozent möglich sind. Nur wenn der weltweite Aufschwung vorzeitig einbreche, könnte es sein, dass sich das Geschäft und der Aktienkurs nicht positiv entwickeln, sagt Kalvoy.

Weniger optimistisch ist Analyst Frank Rothauge von Oppenheim Research. Er hält die Siemens-Aktie jetzt schon für großzügig bewertet und empfiehlt, sie zu „halten“. Zwar seien die Zahlen für das erste Quartal mit einem Ergebnis von 1,4 Mrd. Euro und einem Gewinn von 726 Mill. Euro sehr gut gewesen, besser sogar als seine eigene Schätzung, räumt Rothauge ein. „Es ist aber noch sehr viel zu tun, zum Beispiel generiert Siemens gemessen am Umsatz weniger Cash für die Aktionäre als beispielsweise die Telekom.“

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