Einer der rentabelsten Börsenplätze der Welt: In Mexiko geht die Rally weiter

Einer der rentabelsten Börsenplätze der Welt
In Mexiko geht die Rally weiter

Jedes Jahr wieder staunen Mexikos Wertpapieranalysten. Erneut hat der IPC-Index der Bolsa de Valores (BMV) am Jahresende deutlich mehr zugelegt, als sie am Beginn erwartet hatten. Das war 2006 so, als der Index ein Plus von fast 50 Prozent erzielte. Das war auch 2005 so, als er 38 Prozent gewann. Im Jahr davor war er um 47 Prozent gestiegen. Das Jahr 2007 wird wieder gut laufen, glauben die Experten. Besonders wenn der neue bürgerliche Präsident, Felipe Calderón, die geplanten Strukturreformen straff umsetzt.

MEXIKO-STADT. Damit dürfte das Schwellenland seine Position als einer der rentabelsten Börsenplätze der Welt noch eine Weile verteidigen. „In den vergangenen vier Jahren verteuerten sich die mexikanischen Aktien um durchschnittlich 44 Prozent“, rechnet Carlos Hermosillo vom Börsenhaus Vectom vor. Die Finanzmärkte des Landes haben sich obendrein als äußerst stabil erwiesen. Der monatelange Streit um das Ergebnis der Präsidentenwahl hat die Börse – von ein paar kurzfristigen Einbrüchen abgesehen – kaum gestört. „Viele große börsennotierte Unternehmen verdienen ihr Geld heute auch zum großen Teil im Ausland, so dass sie ein gutes Stück weit unabhängig vom Heimatmarkt sind“, erläutert Hermosillo. Zudem stamme inzwischen einiges Kapital an Mexikos Börse aus dem Ausland. Diese Investoren interessierten vor allem die längerfristigen Perspektiven.

Die bleiben weiter gut. Die Unternehmensgewinne wachsen kräftig und haben noch Luft nach oben. In Erwartung hervorragender Quartalsergebnisse vieler Blue-Chips hat der Index seit Jahresanfang bereits mehr als fünf Prozent zugelegt. „Die guten Resultate werden der Börse ordentlich Rückenwind geben“, sagt Francisco Rivero von der Santander Bank. Zu den guten Aussichten trägt auch bei, dass sich die US–Konjunktur langsamer als erwartet abschwächt. Mexiko wickelt 82 Prozent seines Außenhandels mit dem nördlichen Nachbarn ab.

Mexikos Börse könnte sich noch deutlich besser entwickeln, wenn die Regierung rasch Erfolge bei der Steuer-, der Energie- und der Arbeitsrechtsreform erzielt, sagt Alejandro Garza, Chefanalyst bei NSC Asesores. „Dann stehen uns noch mal drei bis vier hervorragende Börsenjahre bevor“, meint er. Sollte die Regierung die nötigen Verbesserungen durchsetzen, hält Garza 2007 einen Anstieg des IPC-Indexes von bis zu 30 Prozent für möglich. Langfristig werde Mexiko dann ohnehin in einer anderen Liga spielen.

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Generell sind die Analysten in diesem Jahr dennoch etwas vorsichtiger. Die Gewinne der Unternehmen könnten nicht mehr ganz so rasch wachsen wie in den vergangenen Jahren. „Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, vermutet Hermosillo, der ein Börsenplus von „nur“ noch rund 22 Prozent erwartet. Das würde den IPC-Index zum Jahresende immer noch über die Schallmauer von 30 000 Punkten heben. Vorsichtiger ist César Carmona Gómez vom Handelshaus Capitaliza, der einen Indexanstieg um 15 Prozent erwartet.

Die Anlagespezialisten empfehlen besonders die Schwergewichte aus dem Telekommunikations- und Konsumsektor zum Kauf. Dazu gehörten América Móvil (Amx), der größte Anbieter von Mobilfunk in Lateinamerika, Walmex (Wal Mart de México), der rasant wachsende mexikanische Ableger des weltgrößten Einzelhändlers und der Getränkeabfüller Femsa, der Coca-Cola in Flaschen füllt. Auch der drittgrößte Zementhersteller der Welt, Cemex habe noch erhebliches Kurspotenzial.

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