Einige Experten setzen auf Aufstieg in TecDax
Teure Medizintechnik

Dem Jenaer Medizintechniker Carl Zeiss Meditec (CZM) geht es derzeit wie vielen Unternehmen am deutschen Aktienmarkt: Die Chancen auf weiteres Wachstum werden auf der einen Seite als sehr gut betrachtet. Andererseits gilt die Aktie bereits als teuer, obwohl sie der Branche zuletzt etwas hinterher hinkte. Um neue Phantasie zu schüren, brauchte es also guter Nachrichten. Das Management hat zwar gerade erst die Übernahme des Chirurgie-Bereichs Carl Zeiss Surgical (CZS) von der Mutter Carl Zeiss angekündigt. Die Mehrzahl der neun Analysten, die sich mit dem Wert beschäftigen, bleibt jedoch skeptisch.

FRANKFURT. „Wer die Aktie jetzt kauft, setzt vor allem auf die Langfristperspektive“, sagt Volker Braun vom Frankfurter Broker Equinet. Braun hat in den vergangenen Jahren wegen seiner Treffsicherheit unter allen deutschen Analysten die meisten Auszeichnungen erhalten. Sein Kursziel für die Aktie belässt er weiter bei 19 Euro – nicht viel gegenüber dem gestrigen Kurs von 18,86 Euro.

Aber auch das Kursziel von Damien Seamen vom Broker First Berlin, dem mit 22 Euro größten Optimisten für die Aktie, ist nicht allzu weit entfernt. Er setzt darauf, dass es Carl Zeiss Meditec mit dem Chirurgie-Bereich auch diesmal schaffen wird, ein übernommenes Unternehmen möglichst rasch zu integrieren und dabei gleichzeitig das eigene organische Wachstum voranzutreiben. „Das Hinzukommen von CZS wird die vorhandenen Kernaktivitäten im augenheilkundlichen Bereich stärken und CZM gleichzeitig das Erschließen attraktiver Märkte im Bereich der Neuro- und Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie ermöglichen“, sagt Seamen. Als weitere Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss sieht er beschleunigte Innovationszyklen, ein robusteres Produktportfolio, eine erhöhte Kundenloyalität sowie ein stärkeres Vertriebssystem.

Das Potenzial der CZS-Übernahme ist aber nur eines der großen Themen für die Aktie. Daneben setzen einige Experten aber auch darauf, dass die CZM-Aktie noch in diesem Jahr den Aufstieg in den Technologieindex TecDax schaffen wird. Die Chancen dafür sind gut, weil dort mit T-Online, Combots und Freenet drei Gesellschaften wegen Übernahme oder Fusion mit einem anderen Unternehmen auf der Kippe stehen. „Durch die Akquisition und die angestrebte Kapitalerhöhung wächst Carl Zeiss Meditec sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch in Bezug auf die Börsenkapitalisierung in eine neue Dimension“, sagt Marc Schwammbach von der NordLB. Reichte die Börsenkapitalisierung bisher schon für die TecDax-Mitgliedschaft aus, so dürften nun auch die entsprechenden Börsenumsätze hinzu kommen, an denen es bislang stets haperte. Aber auch Schwammbach stuft die Aktie vorerst weiterhin mit „halten“ ein und hat sein Kursziel nur von 18 auf 19 Euro erhöht. Schließlich dürfte die in Zusammenhang mit der CZS-Akquisition geplante Kapitalerhöhung zu einem Verwässerungseffekt in der Aktie führen, so dass daraus keine zusätzliche Kursphantasie abzuleiten ist.

Stattdessen hoffen viele Analysten darauf, dass es Carl Zeiss Meditec gelingt, die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) weiter zu erhöhen. Bereits im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) wurde sie von elf auf zwölf Prozent gesteigert. Langfristig hat sich das Unternehmen eine Ebit-Marge von 15 Prozent zum Ziel gesetzt. Equinet-Analyst Braun stapelt zwar etwas tiefer, betrachtet vierzehn bis 14,5 Prozent aber durchaus als realistisch.

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